Diese Seite benötigt Javascript! Bitte aktivieren Sie Javascript für eine korrekte Darstellung.

Mann aus Clan-Milieu wegen Körperverletzung verurteilt

28.01.2020 - Werden Mitglieder bekannter Clans angeklagt, ziehen Zeugen aus Angst oft Aussagen zurück. So passiert es auch vor zwei Wochen bei einem Prozess in Berlin. Eine Verurteilung gab es jetzt trotzdem.

  • Der Eingangsbereich am Amtsgericht Tiergarten. Foto: Jordan Raza/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Der Eingangsbereich am Amtsgericht Tiergarten. Foto: Jordan Raza/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Berlin (dpa/bb) - Ein 38-jähriger Mann aus dem Berliner Clan-Milieu ist wegen gefährlicher Körperverletzung in zwei Fällen und Verstoß gegen das Waffengesetz zu zwei Jahren und drei Monaten Gefängnis verurteilt worden. Vor dem Amtsgericht legte der Mann am Dienstag, dem zweiten Prozesstag, über seinen Verteidiger ein Geständnis ab, wie eine Gerichtssprecherin sagte.

Die Verteidigung hatte das Geständnis angeboten, um eine nicht zu hohe Gefängnisstrafe zu erhalten. Das erste vorgeschlagene Strafmaß lehnte das Gericht ab. Dann fand man eine Einigung.

Demnach hatte der Mann im Herbst 2017 zusammen mit Begleitern eine Frau in ihrer Wohnung überfallen und mit einem Stock niedergeschlagen. Die Frau hatte am ersten Verhandlungstag vor zwei Wochen umfassend ausgesagt. Bei der Schilderung des Überfalls brach sie mehrfach in Tränen aus. Die Männer hatten die Wohnungstür eingetreten und auf die Frau eingeschlagen. «Ich konnte danach nicht in der Wohnung bleiben, ich hatte Angst um meine Kinder», sagte die 30-Jährige weinend. Bis heute habe sie Angst.

Außerdem hatten zwei junge Männer berichtet, wie sie im Februar 2019 nach einem Besuch in einer Shisha-Bar in Mitte verfolgt und einer von ihnen brutal ins Gesicht geschlagen wurde. Danach hätten die Angreifer noch zugetreten. Das Opfer erlitt eine zwei Zentimeter lange und stark blutende Platzwunde sowie eine schwere Gehirnerschütterung.

Direkt nach der Tat hatten die beiden Männer damals den Angreifer bei ihrer Aussage eindeutig identifiziert. Vor Gericht rückten sie vor zwei Wochen davon ab, sprachen von Erinnerungslücken und sagten, dass ihre Familien sich mit der Familie des Angeklagten geeinigt hätten. Die Richterin belehrte sie über die Strafbarkeit von Falschaussagen. Am Dienstag räumten sie ein, dass ihre ersten Aussagen stimmten und der Angeklagte der Täter gewesen sei.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Der verurteilte Syrer ist verheiratet mit einer Frau aus einer bekannten arabischstämmigen Großfamilie, deren Mitglieder in mehreren Bundesländern leben. Er wohnt als abgelehnter Asylbewerber mit einer Duldung in Berlin.

Schließen

Aus Sicherheitsgründen werden Sie nach 30 Minuten Inaktivität vom System abgemeldet.

Um das zu verhindern, werden Sie bitte vor Ende dieses Zeitraums wieder aktiv.

Nach erfolgtem Logout können Sie sich erneut anmelden.
Aus Sicherheitsgründen wurden Sie nach 30 Minuten Inaktivität vom System abgemeldet. Bitte loggen Sie sich erneut ein.

Homepage aktualisieren