Diese Seite benötigt Javascript! Bitte aktivieren Sie Javascript für eine korrekte Darstellung.

Mehr Senioren an Verkehrsunfällen in Brandenburg beteiligt

23.03.2019 - Zu wenig Abstand gelassen oder beim Rückwärtsfahren den Spiegel des Nebenfahrzeugs nicht gesehen: Die Zahl der Verkehrsunfälle in Brandenburg, an denen Senioren beteiligt sind, steigt. Häufig sind es aber nur Blechschäden und die Senioren nicht immer die Verursacher.

  • Eine 84-jährige Frau sitzt am Steuer ihres Kleinwagens. Foto: Felix Kästle/Archiv © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Eine 84-jährige Frau sitzt am Steuer ihres Kleinwagens. Foto: Felix Kästle/Archiv © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Potsdam (dpa/bb) - Die Zahl der Verkehrsunfälle in Brandenburg mit Beteiligung von Senioren ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen. Das ergab eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur. So gab es im vergangenen Jahr 18 321 Verkehrsunfälle in Brandenburg, an denen Menschen älter als 65 Jahre alt beteiligt waren. Das teilte das Polizeipräsidium mit. Vor fünf Jahren seien es nur 15 178 Unfälle gewesen. «Senioren bilden seit Jahren einen immer größer werdenden Anteil an der Gesamtbevölkerung im Land, dieser Anstieg spiegelt sich auch in den Verkehrsunfallzahlen wieder», sagte Präsidiumssprecherin Stefanie Klaus.

Die häufigsten Ursachen bei Verkehrsunfällen unter der Beteiligung von Senioren sind der Polizei zufolge Abstand, Vorfahrt und Vorrang sowie Fehler beim Wenden beziehungsweise Rückwärtsfahren. «Das Unfallrisiko steigt im höheren Alter, die Unfallzahlen steigen, wenn auch durch einen immensen Erfahrungsschatz einige Defizite ausgeglichen werden», sagte der geschäftsführende Vorsitzende des Fahrlehrerverbands in Brandenburg, Hendrik Schreiber.

Gleichzeitig gibt es nach Angaben des Fahrlehrerverbands immer mehr Brandenburger, die noch bis ins hohe Alter am Steuer sitzen. Aus Sicht des Vorsitzenden ist das verständlich. «Senioren möchten auch weiterhin mobil bleiben», sagte Schreiber. Im Flächenland Brandenburg seien viele auf das Auto angewiesen, um beispielsweise zum Arzt oder zum Einkaufsmarkt zu gelangen. Positiv sei der stetig bessere Gesundheitszustand älterer Menschen. «Senioren von heute sind agiler, möchten noch viel unternehmen und ihre sozialen Kontakte pflegen», sagte Schreiber.

Auch wenn die Unfallzahlen mit Seniorenbeteiligung stiegen - sie machen dem Polizeipräsidium zufolge nur 22 Prozent aller Verkehrsunfälle im Land aus. «Betrachtet man die durch Senioren verursachten Verkehrsunfälle, sinkt der Anteil beteiligter Senioren auf etwa 15 Prozent und liegt damit deutlich unter dem Anteil an der Gesamtbevölkerung», sagte die Polizeisprecherin. Fast 13 000 Verkehrsunfälle haben Senioren 2018 im Land verursacht, wie es vom Präsidium heißt.

«Dafür verursachen Senioren im Schnitt aber mehr Blechschäden», sagte Stefanie Ruppe vom ADAC-Fahrsicherheitszentrum Berlin-Brandenburg in Linthe (Potsdam-Mittelmark). Laut Polizeistatistik wurden im vergangenen Jahr insgesamt 9084 Verkehrsunfälle mit Personenschäden registriert. Von diesen Unfällen wurden lediglich 1288, also 14 Prozent, von Senioren verursacht. «Besonders gefährdet sind Senioren als Fußgänger oder Radfahrer, da sie einer erhöhten Verletzlichkeit aufgrund des Alters ausgesetzt sind.» So sei jeder zweite im Straßenverkehr tödlich verunglückte Fußgänger oder Radfahrer älter als 65 Jahre.

Um auch im Alter fit für den Straßenverkehr zu bleiben, können Senioren im Land an einer Vielzahl von Programmen teilnehmen. «Die Fahrschulen bieten regelmäßig Auffrischungsfahrten an», sagte Schreiber. «Die Teilnehmer an diesen Programmen sind oft noch sehr gut unterwegs.» Viel wichtiger seien die Angebote für Senioren mit Defiziten. Sie scheuten aber aus Angst, den Führerschein zu verlieren, diese freiwilligen Angebote.

«Bei unseren Trainings besteht kein Risiko für den Führerschein», betonte Ruppe. Das Fahrsicherheitszentrum habe spezielle Kurse, die sich explizit an Senioren richten. «Hier würden wir uns noch mehr Teilnehmer als bisher wünschen», sagte sie. Das Training müsse nicht immer etwas kosten. So richte sich beispielsweise die Veranstaltung «Sicher mobil» an Verkehrsteilnehmer über 50 Jahre, die sich über neue Verkehrsregeln, technische Entwicklungen und rechtliche Neuerungen im Straßenverkehr informieren möchten. 

Schließen

Aus Sicherheitsgründen werden Sie nach 30 Minuten Inaktivität vom System abgemeldet.

Um das zu verhindern, werden Sie bitte vor Ende dieses Zeitraums wieder aktiv.

Nach erfolgtem Logout können Sie sich erneut anmelden.
Aus Sicherheitsgründen wurden Sie nach 30 Minuten Inaktivität vom System abgemeldet. Bitte loggen Sie sich erneut ein.

Homepage aktualisieren