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Ministerin: «Präsenzunterricht durch nichts zu ersetzen»

06.08.2020 - Mit gemischten Gefühlen blicken viele Schüler und ihre Eltern in Brandenburg auf den bevorstehenden Unterrichtsstart. Bildungsministerin Ernst ist derweil überzeugt, dass der reguläre Schulbetrieb auch unter Corona-Bedingungen gelingen kann.

  • Britta Ernst (SPD), Brandenburger Ministerin für Bildung, Jugend und Sport. Foto: Soeren Stache/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Britta Ernst (SPD), Brandenburger Ministerin für Bildung, Jugend und Sport. Foto: Soeren Stache/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Brandenburgs Bildungsministerin Britta Ernst (SPD) sieht die Schulen im Land für die Wiederaufnahme des Regelbetriebs am kommenden Montag gut gerüstet. Mit 1544 Pädagogen sei eine Rekordzahl von Lehrkräften unbefristet neu eingestellt worden, sagte sie am Donnerstag vor Journalisten zum Schuljahresbeginn. Zudem hätten sich bislang nur wenige Lehrkräfte mit dem notwendigen Attest vom Präsenzunterricht befreien lassen. «Wir sind davon überzeugt, dass die Qualität des Präsenzunterrichts durch nichts zu ersetzen ist», betonte Ernst. «Weiterer Heimunterricht würde zu massiven Bildungseinbrüchen führen.»

Grundbedingung für einen funktionierenden Regelbetrieb sei allerdings die Einhaltung von Schutzmaßnahmen. Zwar wurde die Abstandsregel zwischen Schülern untereinander und mit den Lehrkräften aufgehoben, und im Unterricht sowie auf den Pausenhöfen gilt keine Maskenpflicht. Auf anderen gemeinschaftlich genutzten Flächen wie Fluren, in Treppenhäusern oder Mensen sollen dagegen alle einen Mund-Nasen-Schutz tragen.

So sollte ein Beitrag dazu geleistet werden, um Infektionen gering zu halten, damit möglichst wenig Schulen oder Klassen wegen Infektionen geschlossen werden müssten, erläuterte die Ministerin. Wenn Infektionen aufträten, sollten nur kleine Lerngruppen und direkte Kontaktpersonen in Quarantäne geschickt und nicht gleich ganze Schulen geschlossen werden. Schüler mit Erkältungssymptomen sollten zu Hause bleiben. Auch Schüler können sich wegen hoher gesundheitlicher Risiken mit einem Attest vom Präsenzunterricht befreien lassen. Für sie sind digitale Lernangebote vorgesehen.

Wegen möglicher Bildungslücken bei den Schülern behält sich Ernst vor, für die Osterferien kommenden Jahres Pflichtunterricht anzuordnen. Es gebe auch durch die Einschränkungen wegen der Corona-Pandemie im vergangenen Schuljahr sicherlich Nachholbedarf. Daher solle in den ersten drei Wochen des neuen Schuljahres der Lernstand der Schüler in den Kernfächern ermittelt werden.

Nach der Auswertung Mitte September wird Ernst zufolge zunächst entschieden, ob es in den Herbstferien freiwillige Angebote gibt und ob Unterricht an Samstagen erforderlich ist. Bis Ende November werde dann Klarheit herrschen, ob Pflichtunterricht in den Osterferien notwendig sei - insbesondere für die Klassen, die vor einem Schulabschluss stehen. Ernst bat die Eltern, Entscheidungen über eventuelle Urlaubspläne bis dahin zu verschieben.

Die hohe Zahl von 1544 unbefristeten Neueinstellungen von Lehrern sei insbesondere durch steigende Schülerzahlen bedingt, erklärte die Ministerin. «Das ist seit der Wiedervereinigung die höchste jemals pro Jahr erreichte Zahl im Land Brandenburg.» Damit gebe es 19 506 Stellen für Lehrkräfte, 216 mehr als im Vorjahr. Von den neu eingestellten Lehrern ist mit einem Anteil von 34,1 Prozent gut jeder Dritte ein Neueinsteiger. Im Vorjahr waren es 33,1 Prozent Seiteneinsteiger, 2018 erreichte ihr Anteil 26,4 Prozent.

Die zusätzlichen Stellen werden laut Ernst insbesondere wegen steigender Schülerzahlen benötigt. Im neuen Schuljahr sind es rund 294 000 Schüler, darunter 23 400 ABC-Schützen; im Vorjahr waren es rund 2000 Schüler weniger. Zudem gingen im vergangenen Schuljahr rund 450 Pädagogen in den Ruhestand.

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