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Ministerin kündigt Fahrplan für Schulen und Kitas an

11.05.2020 - Videokonferenzen, Mundschutz und kleine Klassen: Die Schüler sollen nach und nach in die Brandenburger Schulen zurückkehren. Bildungsministerin Britta Ernst will unter der Woche neue Maßnahmen für Schulen und Kitas vorstellen.

  • Britta Ernst (SPD), Brandenburger Ministerin für Bildung, Jugend und Sport. Foto: Soeren Stache/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Britta Ernst (SPD), Brandenburger Ministerin für Bildung, Jugend und Sport. Foto: Soeren Stache/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Nach dem Wiedereinstieg der Fünftklässler in den Unterricht der Brandenburger Grundschulen hat Bildungsministerin Britta Ernst (SPD) konkrete Starttermine für die weiteren Jahrgänge in Aussicht gestellt. «Ich gehe davon aus, dass wir uns morgen dazu äußern können», sagte Ernst dem Inforadio des RBB am Montag. «Wir müssen weiter sehr vorsichtig sein, aber trotzdem dafür sorgen, dass die Schülerinnen und Schüler wieder die Schule besuchen können.» Offen sind bislang noch die Starttermine für die jüngsten Schüler der Klassen 1 bis 4 und für die Jahrgangsstufen 7 und 8. Das Kabinett berät an diesem Dienstag über die weitere Öffnung von Schulen und Kitas.

Schon jetzt herrsche in einigen Schulen Platzmangel, sagte Ernst. Denn wegen der Abstands- und Hygieneregeln müssten die Lerngruppen geteilt werden. Dementsprechend mehr Räume würden gebraucht. «Die Schulen kommen an ihre Grenzen». Insbesondere Schulen mit verhältnismäßig wenigen Klassenzimmern hätten bereits mit dem Schulstart der Fünftklässler echte Kapazitätsschwierigkeiten.

Ein weiteres Problem am aktuellen Schulkonzept sieht der Präsident der Brandenburgischen Pädagogen-Verbandes, Hartmut Stäker, in den zeitlich versetzten Unterrichtsschichten. Insbesondere im ländlichen Raum sei diese Idee wegen des schwach ausgebauten Nahverkehrs schwer umzusetzen. Dafür bedürfe es einer Schullinie, die öfter als zwei Mal am Tag befahren werde, bemängelte Stäker. Gebe es dennoch eine solche «Schichtbeschulung», vermehrten sich die Kontakte vor der Schule und die Schüler müssten lange warten.

Bildungsministerin Ernst stellte klar, dass es in absehbarer Zeit keinen Normalbetrieb geben könne. «Solange wir keinen Impfstoff haben oder durch ausgefeilte Testverfahren die Möglichkeit haben, das Ansteckungsrisiko zu minimieren, müssen wir Abstand halten», sagte sie dem Inforadio. Der Schulbesuch sei daher durch die verminderte Lerngruppengröße nur tageweise möglich.

Die Kultusminister der Länder hatten beschlossen, dass alle Schüler bis zu den Sommerferien zeitweise an die Schulen zurückkehren sollen. Bereits am 20. April begannen die brandenburgischen Abiturienten mit ihren Prüfungen. Eine Woche später nahmen die Zehntklässler den Präsenzunterricht wieder auf. Am 4. Mai folgten die Schüler, die im nächsten Jahr einen Schulabschluss planen.

Auch den Eltern von Kita-Kindern in Brandenburg will Ministerin Ernst bald Gewissheit darüber verschaffen, wie die Öffnung der Kindergärten bis zum Sommer aussehen soll. «Wir überlegen jetzt, wie viele und welche Kinder wir noch bis zu den Sommerferien in die Kitas bringen», sagte sie dem Inforadio des RBB. Informationen sollten noch in dieser Woche veröffentlicht werden. Kitas könne man erst dann wieder für alle Kinder öffnen, wenn die Pandemie nicht mehr bedrohlich sei. Die Kitas seien durch die Ausweitung der Notbetreuung inzwischen zu 26 Prozent belegt.

Linksfraktionschef Sebastian Walter forderte eine baldige Öffnung eines Großteils der Kitas. «Eine Auslastung von 70 Prozent der Kitas sollte jetzt angestrebt werden», sagte Walter der «Märkischen Allgemeinen» (Montag). Das Ziel müsse sein, sie bis zur Sommerpause schrittweise wieder zu öffnen unter Beachtung aller Hygienemaßnahmen. «Dafür brauchen wir endlich ausreichend Schutzausrüstung für das Kita-Personal.»

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