Diese Seite benötigt Javascript! Bitte aktivieren Sie Javascript für eine korrekte Darstellung.

Prozess um Tod eines Pastors: War es Mord aus Habgier?

08.04.2021 - Als der Pastor mehrere Tage lang nicht zu sehen war, alarmierten Nachbarn die Polizei. Der Geistliche lag tot in seiner Wohnung - geschlagen, getreten, erstickt. Nun hat der Prozess gegen zwei Männer begonnen.

  • Paragrafen-Symbole sind an Türgriffen am Eingang zu einem Gericht zu sehen. Foto: Oliver Berg/dpa/Illustration © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Paragrafen-Symbole sind an Türgriffen am Eingang zu einem Gericht zu sehen. Foto: Oliver Berg/dpa/Illustration © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Sie sollen einen Berliner Pastor ermordet haben, weil sie in seiner Wohnung lohnenswerte Beute erwarteten: Nach dem gewaltsamen Tod eines 77-jährigen Geistlichen hat am Berliner Landgericht der Prozess gegen zwei Männer begonnen. Ein 21-jähriger Angeklagter wies die Vorwürfe zu Beginn der Verhandlung am Donnerstag zurück. Er habe den Mann nicht getötet. «Ich bin unschuldig», erklärte er über einen seiner Verteidiger. Der zweite Angeklagte im Alter von 24 Jahren schwieg zu den Vorwürfen.

Die Staatsanwaltschaft legt den aus Rumänien stammenden Männern zur Last, den Pastor aus Habgier und in Verdeckungsabsicht getötet zu haben. Der 24-jährige Angeklagte soll eine intime Beziehung zu dem Senior unterhalten und sich regelmäßig in dessen Wohnung in Berlin-Moabit aufgehalten haben. Er habe dem 21-Jährigen und weiteren Personen laut Anklage berichtet, dass der 77-Jährige vermögend sei.

Der Geistliche wurde laut Ermittlungen am 30. Juni oder am 1. Juli 2020 tödlich angegriffen. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der 24-Jährige den Mitangeklagten sowie einen bislang unbekannten Mittäter in die Wohnung eingelassen habe. Der 21-Jährige habe das Oper geschlagen und getreten, den Senior dann in einem spontanen Tatentschluss mit einem Kissen erstickt, so die Anklage. Der 24-Jährige habe das billigend in Kauf genommen. Er habe während der Gewaltattacke Verstecke von Wertgegenständen gesucht - «wozu er auch Teppiche entfernte und Bodenplatten herausbrach».

Der 21-Jährige erklärte weiter, manchmal habe er «als Stricher etwas für die Familie dazuverdient.» So sei es auch am 30. Juni 2020 gewesen. Als er an seinem Stammplatz stand, habe ihn der Herr angesprochen. «Wir haben uns auf 80 Euro geeinigt.» Sie seien per Taxi in die Wohnung des 77-Jährigen gefahren. Nach etwa einer Stunde habe er die Wohnung verlassen, weil es Diskussionen um weitere sexuelle Handlungen gegeben habe. «Seitdem habe ich den Mann nicht mehr gesehen», so der 21-Jährige. Er sei am nächsten Tag mit seiner Familie nach Rumänien gefahren. Das sei geplant gewesen.

Der Theologe, der sich auch in der Aids-Hilfe engagiert haben soll, war am 4. Juli 2020 tot in seiner Moabiter Wohnung entdeckt worden. Bewohner des Mehrfamilienhauses hatten Feuerwehr und Polizei alarmiert, weil sie den Mann seit mehreren Tagen nicht mehr gesehen hatten. Die Angeklagten sollen sich nach der Tat nach Rumänien abgesetzt haben, wo sie im August und September 2020 festgenommen wurden.

Ein Verteidiger des 21-Jährigen erklärte am Rande, Zeugen hätten den 77-Jährigen noch am 1. Juli gesehen. Zu dem Zeitpunkt sei sein Mandant bereits über 1000 Kilometer von Berlin entfernt gewesen. Auch eine von der Anklage angenommene Raubabsicht sei fraglich. Auf einem Tisch in der Wohnung des Opfers habe die Polizei mehrere 100-Euro-Scheine entdeckt. Der Prozess wird am 14. April fortgesetzt.

Schließen

Aus Sicherheitsgründen werden Sie nach 30 Minuten Inaktivität vom System abgemeldet.

Um das zu verhindern, werden Sie bitte vor Ende dieses Zeitraums wieder aktiv.

Nach erfolgtem Logout können Sie sich erneut anmelden.
Aus Sicherheitsgründen wurden Sie nach 30 Minuten Inaktivität vom System abgemeldet. Bitte loggen Sie sich erneut ein.

Homepage aktualisieren