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Müller: Es kommt auf jeden Einzelnen an

15.10.2020 - Nach den Bund-Länder-Beschlüssen in der Corona-Krise hat Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller erneut auch an die Eigenverantwortung der Bürger appelliert. Es werde gerade im privaten Bereich darauf ankommen, dass die Menschen den Ernst der Lage wieder erkennen: «Wer seine Oma, seinen Opa oder andere Familienmitglieder nicht gefährden will, der macht jetzt einfach auch keine Feiern mit 30, 40 Leuten im privaten Raum bei sich zuhause», sagte der SPD-Politiker am Donnerstag im RBB-Inforadio. Man könne und wolle nicht vor jede Wohnungstür einen Polizisten stellen.

  • Michael Müller (vorne, SPD), Bürgermeister von Berlin, nach dem Treffen mit den Ministerpräsidenten. Foto: Stefanie Loos/AFP POOL/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Michael Müller (vorne, SPD), Bürgermeister von Berlin, nach dem Treffen mit den Ministerpräsidenten. Foto: Stefanie Loos/AFP POOL/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

«Wir gehen hier keinen deutschen Sonderweg», betonte der Regierende. Man dürfe sich nicht in Sicherheit wiegen, sondern müsse die Entwicklung in Ländern betrachten, «die sich erst mal zurückgelehnt haben». Dort seien die Zahlen explodiert. «Das darf uns nicht passieren, wenn wir alle miteinander weiter einschneidende Maßnahmen verhindern wollen. Es kommt jetzt auf jeden und jede Einzelne an.»

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten hatten sich am Mittwoch auf einheitliche Regeln für Städte und Regionen mit hohen Infektionszahlen verständigt. Dazu gehören eine Ausweitung der Maskenpflicht, eine Begrenzung der Gästezahl bei privaten Feiern, Kontaktbeschränkungen im öffentlichen Raum und eine Sperrstunde für die Gastronomie. Viele der Maßnahmen waren in Berlin bereits beschlossen worden.

Die Beschlüsse wertete Müller als «Schritt nach vorn». Wie etwa die erweiterte Maskenpflicht in der Hauptstadt umgesetzt werden könnte, wolle der Senat am (heutigen) Donnerstag beraten. «Wir müssen mal sehen, ob es auch auf öffentlichen Plätzen wirklich Sinn macht», sagte er.

Zu dem umstrittenen Kampagnenmotiv der Berliner Senatsverwaltung für Wirtschaft und der Tourismusmarketinggesellschaft Visit Berlin - eine Seniorin zeigt Maskenverweigerern den ausgestreckten Mittelfinger -, sagte Müller: «Diese Anzeige ist peinlich. Das muss man sagen. Das ist auch nichts, was wir als Senatskanzlei oder als Senat in Auftrag gegeben haben.» Er glaube, «es hätte glücklichere Möglichkeiten gegeben, auf die Dringlichkeit aufmerksam zu machen. Es ist aber auch kein großer Schaden entstanden.»

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