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Müller setzt sich in SPD-Befragung für Bundestagswahl durch

28.10.2020 - Es ist wohl nicht sein Wunsch-Wahlkreis für die Bundestagskandidatur. Dennoch setzt sich Michael Müller (SPD) in Charlottenburg-Wilmersdorf bei einer SPD-Befragung durch. Die bisherige Konkurrentin kündigt ihre Unterstützung an.

  • Michael Müller. Foto: Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Michael Müller. Foto: Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Der Weg für eine Bundestagskandidatur von Berlins Regierendem Bürgermeister Michael Müller (SPD) ist frei: Bei einer Mitgliederbefragung im SPD-Kreisverband Charlottenburg-Wilmersdorf setzte sich der 55-Jährige gegen seine Staatssekretärin für bürgerschaftliches Engagement, Sawsan Chebli (42), durch. Auf Müller entfielen 58,4 Prozent der Stimmen, auf Chebli 40,2 Prozent. Das teilte der SPD-Kreisverband am Mittwoch nach Auszählung der online und per Briefwahl abgegebenen Voten mit. Insgesamt seien 1377 gültige Stimmen abgegeben worden.

Chebli sagte Müller nach seinem Sieg ihre Unterstützung zu. «Ich bin überzeugt, dass der faire demokratische Wettbewerb, den wir in den letzten Wochen geführt haben, der SPD nicht geschadet hat, im Gegenteil: Er stand unserer Partei gut zu Gesicht», sagte Chebli. «Jetzt kommt es darauf an, dass unsere Partei geschlossen und mit großem Einsatz in den Wahlkampf zieht. Ich werde Michael Müller voll unterstützen, damit unser Bezirk wieder von einem direkt gewählten Kandidaten der SPD im Bundestag vertreten wird.»

Müller teilte am Mittwoch mit, er wolle die Menschen in Charlottenburg-Wilmersdorf als Direktkandidat der SPD von den sozialdemokratischen Werten überzeugen.

Endgültig aufgestellt wird der SPD-Kandidat erst auf einer Wahlkreiskonferenz im November, das Ergebnis des Mitgliedervotums ist formal nicht bindend. Es gilt aber als Vorentscheidung, und es ist davon auszugehen, dass Müller als Kandidat gekürt wird. Sicher ist ein Bundestagsdirektmandat für ihn indes nicht. Zuletzt obsiegte in dem bürgerlich geprägten Wahlkreis die CDU mit ihrem Kandidaten Klaus-Dieter Gröhler, der im kommenden Jahr wieder antritt.

Deshalb ist nicht unwichtig, auf welchen Platz der SPD-Landesliste Müller kommt. Als Regierendem Bürgermeister gebühre ihm Platz 1, meinen etliche in der SPD. Damit wäre sein Einzug in den Bundestag auch dann gesichert, wenn es mit dem Direktmandat nicht klappt. Es gibt aber auch andere Stimmen, die Müller nicht automatisch auf Platz 1 sehen. Ihre Landesliste will die SPD am 19. Dezember wählen.

Müller hatte im August bekanntgegeben, dass er 2021 in den Bundestag wechseln und im Wahlkreis Charlottenburg-Wilmersdorf kandidieren will. Dort hatte zuvor bereits Chebli Interesse signalisiert, die Müller 2016 als Staatssekretärin in seine Senatskanzlei holte. Deshalb ließ die SPD ihre rund 2500 Parteimitglieder in dem Kreisverband zwölf Tage lang abstimmen.

Erste Wahl für Müllers Bundestagskandidatur wäre sicherlich der Wahlkreis Tempelhof-Schöneberg gewesen. In dem gleichnamigen Berliner Bezirk hat er seine familiären Wurzeln und trat dort wiederholt bei Wahlen zum Abgeordnetenhaus an. Allerdings fuhr ihm Juso-Chef Kevin Kühnert in die Parade, als er öffentlich verkündete, dort anzutreten.

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