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Nach Häufung von Corona-Fällen holt Klinikum Hilfe vom Bund

03.04.2020 - Die größte Klinik in Potsdam berät mit dem Robert Koch-Institut, wie es weitergeht. Auch die Wirtschaft macht sich große Sorgen. Für einen Teilbereich gibt es aber etwas Hoffnung.

  • Das Ernst-von-Bergmann-Klinikum. Foto: Christophe Gateau/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Das Ernst-von-Bergmann-Klinikum. Foto: Christophe Gateau/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Nach der Häufung von Corona-Infektionsfällen hat die größte Potsdamer Klinik Hilfe vom Bund geholt. Ein Team des Robert Koch-Instituts aus Berlin war am Freitag in Potsdam, um über das weitere Vorgehen zu beraten. Das Klinikum Ernst von Bergmann stellte nach Angaben der Stadt Verfahren vor, wie mit Covid-19-Patienten umgegangen werde. Nachdem es zu einer auffälligen Zahl positiver Tests gekommen war, hatte das Klinikum entschieden, alle Patienten zu testen und positive Fälle von negativen zu trennen.

«Wir testen alle, ob sie Symptome haben oder nicht», sagte eine Sprecherin des Klinikums am Freitag. Dort gibt es inzwischen 79 Covid-19-Patienten, darunter sind 13 auf der Intensivstation und 10 von ihnen werden beatmet. Die Klinik verzeichnete bis Freitag 9 Todesfälle nach einer Sars-CoV-2-Infektion. 8 Patienten konnten gesund entlassen werden. Wegen der Situation nimmt das Klinikum nur noch unabweisbare Notfälle auf. Andere Notfälle werden auf umliegende Krankenhäuser verteilt.

INFEKTIONEN: 14 Menschen sind in Brandenburg bislang nach einer Coronavirus-Infektion gestorben. Das teilte das Gesundheitsministerium am Freitag mit (Stand: 16.00 Uhr). In Potsdam wurden sechs Todesfälle registriert, im Landkreis Potsdam- Mittelmark waren es vier. Jeweils ein Toter wurde aus den Landkreisen Oberhavel, Elbe-Elster, Dahme-Spreewald und Uckermark gemeldet. Die Zahl der nachgewiesenen Infektionen erhöhte sich laut Ministerium innerhalb von 24 Stunden um 187 Fälle auf insgesamt 1311. 179 Menschen werden demnach im Krankenhaus behandelt, davon werden 19 intensivmedizinisch beatmet.

SCHUTZMASKEN: Die Industrie -und Handelskammern (IHK) in Potsdam und Cottbus warnten, selbstgefertigte Stoffmasken mit Atemschutzmasken gleichzusetzen. Der selbstgenähte Mund- und Nasenschutz erfülle nicht die hohen Anforderungen, die an Schutzmasken gestellt werden, teilte die IHK Potsdam mit. Selbstgenähte Masken dürften nicht als «Schutzmasken» beworben werden - es drohten Straf- und Bußgeldverfahren. Weil vielerorts Schutzmasken fehlen, werden Behelfsmasken hergestellt. So nähen zum Beispiel in Oranienburg nach Angaben der Stadt zehn Mitarbeiter mit der Caritas Stoffmasken, um vor allem städtische Allgemeinarztpraxen zu versorgen. In Frankfurt (Oder) nähen nach Angaben der Caritas viele Bürger zu Hause Masken.

WIRTSCHAFT: Die Brandenburger Wirtschaft wird durch die Corona-Pandemie nach Angaben der IHK stark ausgebremst. Durch behördliche Schließungen seien Gastgewerbe und Handel am stärksten betroffen, auch Industrie und Baugewerbe verzeichneten weniger Auftragseingänge, teilte die IHK mit. Ein Drittel der rund 650 befragten Unternehmen aus den Kammerbezirken Cottbus, Ostbrandenburg und Potsdam halte einen Personalabbau für unumgänglich. Die meisten Firmen versuchten aber, ihr Personal zu halten. Dabei griffen 55 Prozent der Unternehmen auf Kurzarbeitergeld zurück, 44 Prozent stellten Personal durch Urlaub und Überstundenabbau frei, 32 Prozent böten Arbeit im Homeoffice. Über 60 Prozent der Industrieunternehmen rechneten mit schlechteren Geschäften.

LANDWIRTSCHAFT: Für die Spargelbauern ist Entspannung beim Problem fehlender Erntehelfer aus Osteuropa in Sicht. Im Beelitzer Spargelanbaugebiet fehlt bisher etwa die Hälfte der gebuchten knapp 2300 Spargelstecher, meist Rumänen. Wegen Einreisebeschränkungen kamen sie nicht nach Deutschland. Trotz genereller Einreisesperren zur Eindämmung der Corona-Pandemie dürfen jetzt jedoch begrenzte Kontingente an Saisonarbeitern kommen. Im April und Mai sollen bundesweit je 40 000 Menschen anreisen. In den ersten zwei Wochen leben und arbeiten sie getrennt von anderen Beschäftigten. Mindestabstände auf Feldern müssen eingehalten werden. Mittlerweile melden sich deutsche Arbeitslose und Kurzzeitarbeiter zur Ernte.

SOFORTHILFE: Brandenburger Agrarbetriebe mit bis zu 100 Beschäftigten, die von der Corona-Krise betroffen sind, können ab Montag finanzielle Hilfe erhalten. Das Geld müsse nicht zurückgezahlt werden, teilte das Agrarministerium mit. Mit dem eigenen Förderprogramm gehe Brandenburg über die Programme des Bundes und der meisten anderen neuen Länder hinaus, sagte Landwirtschaftsminister Axel Vogel (Bündnis 90/Grüne). Zudem werden die Soforthilfen des Bundes für Betriebe mit bis zu 10 Mitarbeitern genutzt.

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