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Nachbarin getötet und Konto über Wochen geplündert

01.04.2019 - An einem Feldweg in Thüringen findet ein Spaziergänger die stark verweste Leiche einer Frau. Über Zahnimplantate kann das Opfer identifiziert werden. Nun begann der Mordprozess gegen einen Nachbarn der Berlinerin.

  • Eine Statue der Justizia. Foto: Peter Steffen/Archiv © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Eine Statue der Justizia. Foto: Peter Steffen/Archiv © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Berlin (dpa/bb) - In einem Rollkoffer wurde die Leiche von Berlin nach Thüringen gebracht: Neun Monate nach dem Fund einer toten Frau hat ein Nachbar der 49-Jährigen vor dem Landgericht der Hauptstadt gestanden. Er habe die Geschädigte, die seine Geliebte gewesen sei, in einem Streit erwürgt, gab der 42-Jährige zu Prozessbeginn am Montag zu. Der Vorwurf der Staatsanwaltschaft, er habe aus Geldgier getötet, treffe aber nicht zu. «Ich bin kein Mörder.» Was geschah, tue ihm sehr leid.

Zu dem Angriff auf die 49-jährige war es am Vormittag des 22. Juni 2018 gekommen. Knapp eine Stunde später habe der arbeitslose Nachbar begonnen, das Konto des Opfers zu plündern, so die Anklage. 69 Mal habe der Familienvater die Geldkarten der Toten eingesetzt und in rund zwei Monaten knapp 16 000 Euro erlangt - meist in kleineren Summen von 20 Euro an aufwärts. Die Anklage geht von Mord aus Habgier und zur Ermöglichung einer anderen Straftat aus.

Die Leiche fuhr der Täter in einem Koffer im Auto nach Thüringen. Dort hatte er das Opfer an einem Feldweg in einer Senke im Saale-Holzland-Kreis nahe der Autobahn 9 versteckt. Ein Spaziergänger fand die stark verweste und zum Teil vergrabene Tote Anfang Juli.

Der deutsche Angeklagte sagte, seine Geliebte habe am Tattag zu seiner Ehefrau gehen und ihr von der Affäre berichten wollen. «Da kam es zu dem finalen Streit.» Er habe nicht zulassen wollen, «dass sie mir mein Leben zerstört».

Die Geldkarten der allein lebenden Frau habe er dann eingesteckt. «Erben gab es ja nicht.» Die Frau war Frührentnerin, so dass auch nicht an einem Arbeitsplatz auffiel, dass sie nicht mehr kam. Finanziell sei es ihm zwar nicht gut gegangen, sagte der gelernte Autolackierer. «Deshalb habe ich sie aber nicht getötet.»

Das Opfer wurde schließlich über seinen Zahnstatus identifiziert. Implantate konnten einem Labor zugeordnet, der Zahnarzt gefunden und damit der Name der Frau ermittelt werden. Dann sei noch das geplünderte Konto der Frau entdeckt worden.

Ende August wurde der Angeklagte verhaftet. Der Fall sei durch enge Zusammenarbeit von Kriminalinspektion Jena, Landeskriminalamt Berlin und Berliner Staatsanwaltschaft aufgeklärt worden, hieß es damals. In Thüringen war zunächst die «Sonderkommission Feldweg» eingerichtet worden. Auch mit Hilfe der Fernsehsendung «Aktenzeichen XY... ungelöst» war nach Hinweisen gesucht worden. Der Prozess wird am 8. April fortgesetzt.

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