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Notre-Dame: Partnerstadt Berlin ruft zu Spenden auf

16.04.2019 - Die Bilder der brennenden Kathedrale in Paris lösen in Berlin Betroffenheit aus. Auch der Senat und die Kirchen reagieren. Wie ist die Berliner Feuerwehr für große Einsätze gerüstet?

  • Michael Müller (SPD), Bügermeister von Berlin. Foto: Britta Pedersen/Archiv © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Michael Müller (SPD), Bügermeister von Berlin. Foto: Britta Pedersen/Archiv © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Berlin (dpa/bb) - In der Pariser Partnerstadt Berlin hat das Feuer in der Kathedrale Notre-Dame große Betroffenheit ausgelöst. Der Senat ruft zu Spenden für die weltberühmte Kirche auf. «Wir wünschen uns, dass Paris, dass Frankreich diese einmalige Kathedrale schnell wieder aufbauen kann», heißt es in einer Mitteilung des Regierenden Bürgermeisters Michael Müller (SPD) und seiner Senatskollegen Klaus Lederer (Linke) und Ramona Pop (Grüne). Für Spenden verwiesen sie am Dienstag auf die französische Kulturerbe-Stiftung Fondation du patrimoine. Paris ist seit 32 Jahren die Partnerstadt Berlins.

Der Brand war am Montagabend in der weltberühmten Kathedrale im Herzen der französischen Hauptstadt ausgebrochen. Die Flammen verwüsteten kurz vor Ostern den gut 850 Jahre alten Sakralbau, der Dachstuhl stand lichterloh in Flammen.

Der Berliner Erzbischof Heiner Koch erklärte: «Die Bilder erschüttern mich zutiefst und schmerzen mich, ich will es nicht wahrhaben.» Koch erinnerte an die enge Freundschaft und die Partnerschaft zwischen den beiden Städten - «daher berührt es uns in Berlin besonders, wenn dieses herausragende Wahrzeichen zerstört wird. Ich fühle mich Paris in diesen Stunden im Gebet verbunden, besonders aber meinem Mitbruder, dem Erzbischof von Paris, Michel Aupetit.»

Ein Blick auf die katholische Hauptkirche von Berlin: Die Hedwigskathedrale ist derzeit geschlossen, weil dort Ende des Jahres die Bauarbeiten zur Sanierung und Umgestaltung anstehen. Das Bauvorhaben für 60 Millionen Euro soll 2023 abgeschlossen sein. Dabei sollen nach Angaben von Sprecher Stefan Förner auch die Dämmung erneuert und der Brandschutz modernisiert werden. Das Holzgebälk der Kirche wurde im Krieg zerstört und beim Wiederaufbau durch Betonsegmente ersetzt. Die Konstruktion ist also anders als die von Notre-Dame, wo das Holzgebälk brannte.

«Nous pleurons avec nos amis français» - «Wir weinen mit unseren französischen Freunden», schrieb die Berliner Domgemeinde, die aus Solidarität ein Glockenläuten ansetzte. «Wir sind tief erschüttert, dass die Gläubigen in Frankreich diesen so wichtigen Ort verloren haben», sagte Domprediger Michael Kösling. Der Berliner Dom an der Museumsinsel ist eine Touristenattraktion. «Unser oberstes Ziel beim Brandschutz im Berliner Dom ist deshalb die schnelle Räumung des Gebäudes», so Kösling. Es gebe regelmäßig Evakuierungsübungen, die letzte seit vor wenigen Wochen gewesen.

«Sollte es doch einmal zu einem Brand kommen, so können die Mitarbeitenden mit dem Feuerlöscher umgehen und wissen, was zu tun ist», erläuterte die Domarchitektin Sonja Tubbesing. Das Gebäude habe überall Steigleitungen. «Ein Brand wie in Notre-Dame ist im Berliner Dom undenkbar.» Ähnlich wie in Notre-Dame werde an der Fassade des Domes gerade gearbeitet, allerdings seien die beiden Gebäude baulich nicht vergleichbar.

In Berlin gab es viele emotionale Reaktionen nach dem Feuer in Paris. Kultursenator Lederer schrieb am Montag bei Facebook: «Alle, die noch bei Groschen sind, ist mein Eindruck, merken gerade, dass dieser Brand in Paris nicht irgendwie egal ist, sondern dass da was brennt, was zu uns allen gehört. Und dass das ein schlimmes Trauerspiel ist. Warum merken wir das nur bei Verlusten?»

Auch Feuerwehr und Polizei in Berlin drückten ihr Mitgefühl aus. «Bei der Brandbekämpfung an einem geliebten Wahrzeichen blutet jedem Feuerwehrangehörigen das Herz», schrieben die Brandbekämpfer auf Twitter und wünschen den Kollegen in Paris «viel Kraft im Kampf um #NotreDame». Die Berliner Polizei twitterte: «Wir sind in Gedanken bei den Einsatzkräften, die gerade alles für das Herz von #Paris geben.»

Die Berliner Feuerwehr hatte in den vergangenen Jahren große Einsätze in prominenten Gebäuden, darunter am Deutschen Dom (1994) und in der Philharmonie (2008). Was solche Lagen grundsätzlich angeht, sagte Vize-Feuerwehrchef Karsten Göwecke: «Wir sind angemessen vorbereitet.» Besondere Objekte wie Museen oder große Kirchen werden ihm zufolge regelmäßig begangen.

In Sachen Brandschutz werde die Feuerwehr bei Bauprojekten einbezogen. Außerdem helfen den Rettungskräften beim Einsatz Feuerwehrpläne, die der Betreiber stellt, wie Göwecke erläuterte. Wenn es in einem Gebäude mit Kulturgütern brennt, wird die Zahl der Einsatzkräfte angepasst.

Die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg sieht den Schutz vor Feuer als wichtigen Teil jeder Baumaßnahme. «Wenn der Denkmalschutz seine Arbeit beginnt, steht der Brandschutz an erster Stelle», sagte Frank Kallensee, Sprecher der Stiftung, am Dienstag auf Anfrage.

Wo aus Gründen des Denkmalschutzes keine nachträgliche technische Ausstattung zum Brandschutz möglich sei, übernehmen die Aufsichtskräfte diese Aufgabe während der Öffnungszeiten. Nachts seien die Sicherheitsmitarbeiter dafür zuständig. Aus seiner Kenntnis habe es in den vergangenen Jahren keine Brände in den Einrichtungen gegeben, betonte Kallensee.

Zur Stiftung gehören 30 Schlösser und Gebäude: Von Schloss Sanssouci, über Gemäldegalerie, Orangerie und Neues Palais, aber auch die Schlösser Caputh und Rheinsberg. Sie stammen aus dem 17. bis 20. Jahrhundert.

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