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Organspenderzahl rückläufig: Nonnemacher gegen Neuregelung

14.01.2020 - Die Zahl der Organspender geht in Brandenburg wieder zurück. Die Gesundheitsministerin des Landes spricht sich gegen die geplante Neuregelung der Organspende aus. Sie schlägt andere Maßnahmen vor.

  • Eine Organtransportbox wird übergeben. Foto: Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Eine Organtransportbox wird übergeben. Foto: Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Potsdam (dpa/bb) - Die Zahl der Organspender in Brandenburg ist im vergangenen Jahr deutlich gesunken. 2019 spendeten nach vorläufigen Daten der Deutschen Stiftung Organtransplantation vom Montag 20 Menschen nach ihrem Tod eines oder mehrere Organe. Im Jahr zuvor waren es demnach noch 37. Der aktuelle Wert liegt knapp über dem Tiefstand der vergangenen Jahre: 2017 waren schon einmal mit 18 ähnlich wenige Organspender erfasst worden.

Bundesweit spricht die Stiftung von einem «nahezu unveränderten» Niveau: 932 Spender wurden demnach 2019 gezählt (2018: 955). Jeder von ihnen habe im Durchschnitt mehr als drei schwerkranken Patienten eine neue Lebenschance geschenkt, hieß es.

Am Donnerstag (16. Januar) soll der Bundestag über neue Regeln für Organspenden entscheiden. Dabei geht es um die sogenannte Widerspruchslösung. Ein fraktionsübergreifender Gesetzesentwurf von einer Gruppe um Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) strebt die «doppelte Widerspruchslösung» an. Ab dem 1. Oktober 2022 sollen demnach alle Bürger grundsätzlich als Spender gelten. Man soll dazu aber später Nein sagen können. Ansonsten wäre noch bei Angehörigen nachzufragen, ob ihnen ein Widerspruch bekannt ist.

Eine andere Abgeordnetengruppe um Grünen-Chefin Annalena Baerbock schlägt vor, dass alle Bürger mindestens alle zehn Jahre beim Ausweisabholen auf das Thema Organspende angesprochen werden. Daneben hat die AfD einen Antrag eingebracht, der eine doppelte Widerspruchslösung ablehnt. Gemeinsames Ziel ist, zu mehr Organspenden in Deutschland zu kommen.

Brandenburgs Gesunheitsministerin Ursula Nonnemacher (Grüne) hält von der geplanten Neuregelung von Spenden nichts. «Ich bin gegen die Widerspruchslösung - das Selbstbestimmungsrecht der Menschen muss gewahrt bleiben», sagte Nonnemacher am Montag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. Nur wer sich selbst aktiv zu einer Organspende bereiterkläre, solle als Spender in Frage kommen.

Laut Nonnemacher stehen 84 Prozent der Menschen in Deutschland einer Organspende eher positiv gegenüber. Allerdings besäßen nur 36 Prozent einen entsprechenden Ausweis. Sie schlug vor, dafür zu sorgen, dass sich mehr Menschen mit der Frage auseinandersetzen. Ihre Entscheidung müssten sie möglichst einfach dokumentieren und auch wieder ändern und widerrufen können.

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