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Plan gegen Müll: Gebrauchtwarenkaufhäuser und Becherpfand

05.11.2019 - Was tun gegen die Müllflut? Der Senat setzt hier neben besserer Trennung auf Abfallvermeidung. Nun sollen neue Ideen dazu umgesetzt werden.

  • Regine Günther, Umweltsenatorin, spricht während der Plenarsitzung im Berliner Abgeordnetenhaus. Foto: Wolfgang Kumm/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Regine Günther, Umweltsenatorin, spricht während der Plenarsitzung im Berliner Abgeordnetenhaus. Foto: Wolfgang Kumm/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Berlin (dpa/bb) - Der Berliner Senat stellt sich gegen die Wegwerfgesellschaft und plant neuartige Kaufhäuser für gebrauchte Waren. Dort sollen nicht nur Möbel, Kleidung, Elektrogeräte oder Geschirr in großen Stil verkauft, sondern auch repariert werden, wie Umweltsenatorin Regine Günther (Grüne) am Dienstag ankündigte. Sie hofft, dass es in zwei Jahren bis zu vier solcher Kaufhäuser gibt, die der Senat indes nicht selbst betreibt. Ein Partner könne die BSR sein, die eines davon verwirklichen wolle.

Günther sprach von «Kaufhäusern der Zukunft» und einem nachhaltigeren Wirtschaften. Was der eine nicht mehr brauche, gefalle einem anderen. Und was einen kleinen Defekt habe, müsse nicht gleich auf dem Müll landen, sondern könne repariert und weiter genutzt werden.

«Wir wollen andere Käuferschichten erschließen, es geht nicht nur um Bedürftige», erläuterte sie. Die Kaufhäuser sollen nach ihren Vorstellungen ein anderes Label als heutige Initiativen dieser Art haben: «Es soll schick sein», so Günther. Dazu seien auch Begegnungsflächen und Gastronomie angedacht. Vorbild sei ein entsprechendes Kaufhaus in Hamburg.

Das Vorhaben ist Teil einer Strategie des rot-rot-grünen Senats zur stärkeren Müllvermeidung. In dem Zusammenhang ist als Modellprojekt auch ein Pfandsystem für Kaffeebecher geplant. Es soll auf der Stadtbahn zwischen West- und Ostkreuz sowie entlang der U2 aufgebaut werden.

«Der Betreiber soll ein Kreislaufsystem mit Pfandbechern einführen, so dass Menschen beim Einstieg in ihre Bahn einen Kaffee kaufen und beim Ausstieg den Becher wieder abgeben können», erläuterte Günther. Da ein Spülen der Becher auf den Bahnhöfen nicht möglich sei, müsse ein Bring- und Abholsystem für saubere beziehungsweise benutzte Gefäße organisiert werden. Weitere Einzelheiten zu dem Vorhaben würden Ende November vorgestellt.

«Wir gehen in unserem Leitbild Zero Waste nicht davon aus, dass wir gar keine Abfälle mehr haben werden, aber dass es in einem fortdauernden Prozess immer weniger Abfälle gibt», sagte Günther. Ziel sei eine möglichst geschlossene Kreislaufwirtschaft mit Schwerpunkt auf Abfallvermeidung, Wiederverwendung und Recycling. Durch eine deutliche Senkung des Restabfallaufkommens, das verbrannt wird, würden natürliche Ressourcen geschützt.

Laut Abfallbilanz 2017 fielen in Berlin zuletzt 894 000 Tonnen Haus- und Sperrmüll an. Hinzu kommen aus der Mülltrennung unter anderem 170 000 Tonnen Papier und Pappe, 67 000 Tonnen Glas, 90 000 Tonnen Leichtverpackungen und 76 000 Tonnen Bioabfall. In der Summe entstanden in Berlin 2017 knapp 1,4 Millionen Tonnen Abfälle - lediglich knapp ein Drittel (29,4 Prozent) davon wurde recycelt. Durch die seit April geltende Biotonnen-Pflicht könnte der Anteil von Biomüll, aus dem Biogas gewonnen wird, deutlich steigen.

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