Potsdam hat wieder aufgemacht: «Ein bisschen Aufatmen»

14.04.2021 Nach zwei Kreisen gelten auch in Potsdam wieder die Lockerungen vom März - die Corona-«Notbremse» ist gefallen. Der Trend bei der Sieben-Tage-Inzidenz geht aber wieder in die andere Richtung.

Ein Schild mit der Aufschrift „Betreten nur nach Vorlage eines negativen Corona-Tests“ steht in der Einkaufsmeile Brandenburger Straße. Foto: Soeren Stache/dpa-Zentralbild/dpa/archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

In der Brandenburger Landeshauptstadt Potsdam ist Einkaufen in Geschäften seit Mittwoch wieder möglich. Die Stadt öffnete den Einzelhandel und beendete die «Notbremse», nachdem sie drei Tage lang weniger als 100 neue Corona-Infektionen pro 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen hatte. Für das Einkaufen gelten Voraussetzungen wie ein Termin und ein Hygienekonzept. Potsdam verzichtet auf verpflichtende Tests, weil das Einkaufen in zwei Nachbarlandkreisen ohne aktuellen Schnelltest möglich sei.

Der Einzelhandel beurteilte den ersten Tag der Öffnung von Geschäften positiv. «Es war gut besucht», sagte der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands Berlin-Brandenburg, Nils Busch-Petersen. «Es war ein bisschen Aufatmen.» Einige Läden hätten den Zugang bereits regulieren müssen, es sei aber nicht zu voll gewesen.

Damit traten wieder die Lockerungen vom März in Kraft. Im Freien dürfen sich zwei Haushalte treffen, höchstens aber fünf Leute, nicht wie zuvor ein Haushalt und eine weitere Person. Die Sieben-Tage-Inzidenz stieg in Potsdam allerdings wieder deutlich und lag am Mittwoch bei rund 87 nach knapp 70 am Dienstag. Potsdam-Mittelmark und der Kreis Barnim hatten die «Notbremse» bereits aufgehoben.

Auch Museen und Gedenkstätten dürfen in Potsdam wieder öffnen. Das Museum Barberini wird voraussichtlich erst am Samstag Besucher begrüßen. Dabei sollen die Besucherzahlen nach den Vorgaben der Stadt Potsdam und des Landes Brandenburg aber stark begrenzt bleiben, teilte das Museum der Deutschen Presse-Agentur mit. Demnach sollen alle 15 Minuten nur 20 Besucher mit vorab online gebuchten Tickets eingelassen werden, Spontanbesuche seien nicht möglich.

In dem Museum sind derzeit unter anderem Schlüsselwerke des niederländischen Malers Rembrandt (1606-1669) ausgestellt. Ende März war es aufgrund der Corona-Infektionslage erneut geschlossen worden. Den Angaben zufolge sind die Barberini-Tickets ausschließlich drei Tage im Voraus und nur online buchbar. So könne man schnell auf eine mögliche «Notbremse» reagieren, und die Tickets seien nicht sofort alle ausverkauft, teilte das Museum mit. Pro Tag dürften so ungefähr 660 Leute ins Haus kommen, das sei weniger als ein Drittel des üblichen Aufkommens bei einer großen Publikumsausstellung.

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