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Preußen-Stiftung kostet Humboldt Forum sechs Millionen Euro

04.07.2019 - Die Verzögerung um das neue Humboldt Forum in Berlin geht ins Geld. Schon der Bau hat mindestens 600 Millionen gekostet. Und nun müssen die Mitmieter in der großen Kunst-WG tiefer in die Tasche greifen.

  • Der Schriftzug "Humboldt Forum" steht am Gebäude. Foto: Lisa Ducret/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Der Schriftzug "Humboldt Forum" steht am Gebäude. Foto: Lisa Ducret/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Berlin (dpa) - Die Verzögerung bei der Eröffnung des Humboldt Forums in Berlin kostet allein die Stiftung Preußischer Kulturbesitz in den kommenden zwei Jahren rund sechs Millionen Euro zusätzlich. Bisher waren für den aufwendigen Umzug in den weitgehend rekonstruierten Schlossbau gegenüber der Museumsinsel etwa 32 Millionen Euro veranschlagt, wie Stiftungspräsident Hermann Parzinger am Donnerstag in Berlin sagte.

Für den Umzug würden die Kunstwerke «nicht einfach eingepackt und ins Schloss geschickt», erläuterte Parzinger. «Da steckt unglaublich viel dahinter und das muss jetzt verlängert werden. Das verursacht bei uns gewisse Mehrkosten, die auch übernommen werden müssen bei Umzugsmitteln und Vorbereitung.» Parzinger verwies auf Verträge, die verlängert werden müssten.

Ursprünglich sollte das riesige Kultur- und Ausstellungszentrum von November an in mehreren Etappen geöffnet werden. Wegen verschiedener technischer Probleme kann der erste Schritt nun frühestens im September 2020 erfolgen. Bis Sommer 2021 folgen zwei weitere Etappen.

Im bisher rund 600 Millionen Euro teuren Humboldt Forum wird die Stiftung Preußischer Kulturbesitz mit ihren Museen die meisten Flächen der etwa 40 000 Ausstellungsquadratmeter bespielen. Auch das Land Berlin und die Humboldt-Universität ziehen mit Ausstellungen in das Forum.

Ethnologisches Museum und Museum für asiatische Kunst bereiten an ihrem Standort in Berlin Dahlem bereits den Umzug vor. Dort können an einer sogenannten Restaurierungsstraße in einem alten, etwa 1000 Quadratmeter große Sonderausstellungsbereich bis zu 30 Restauratoren die rund 20 000 Objekte entsprechend präparieren, verpacken und bis zum Transport zwischenlagern.

«Die Objekte, die jetzt ins Humboldt Forum kommen, werden zum Teil zum ersten Mal überhaupt in der Öffentlichkeit gezeigt», sagte Matthias Farke, Chefrestaurator des Ethnologischen Museums. Andere Objekte kämen aus Ausstellungen oder den Magazinen. Bei der Umzugsvorbereitung flössen zudem Erfahrungen internationaler Museen ein.

Für die Restaurierung haben die Museen neben ihren 16 festen Restauratoren Experten aus ganz Europa verpflichtet. «Wir haben den Arbeitsmarkt für Restauratoren ziemlich auf Berlin konzentriert», sagte Farke. Die Unterstützung käme neben Deutschland und dem deutschsprachigen Umfeld von überall her. «Der Großraum Berlin, den ich in diesem Fall bis München ziehen würde, hat einfach nicht mehr gereicht», sagte der Chefrestaurator.

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