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Protest der Bauern: 400 Traktoren rollen durch Berlin

17.01.2020 - Angesichts von Forderungen nach Umweltschutz und gesunder Ernährung stehen viele Landwirte unter Druck. Gleichzeitig fühlen sie sich ungerecht behandelt. Das zeigen sie unübersehbar - auch und vor allem in der Bundeshauptstadt.

  • Zahlreiche Trecker bei einer Protestaktion von Bauern auf der Straße des 17. Juni. Foto: Monika Skolimowska/zb/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Zahlreiche Trecker bei einer Protestaktion von Bauern auf der Straße des 17. Juni. Foto: Monika Skolimowska/zb/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Berlin (dpa/bb) - Mehrere tausend Bauern mit Traktoren haben anlässlich der Grünen Woche am Freitag in Berlin demonstriert. Der Protest unterstützte die Interessen der Landwirtschaftsbetriebe und richtete sich gegen härtere Umweltschutzgesetze. Über drei Strecken aus Norden, Süden und Westen rollten die Trecker am Freitagvormittag aus Brandenburg in die Berliner Innenstadt und erreichten gegen 12.00 Uhr die Straße des 17. Juni, wo es eine große Kundgebung gab.

Nach Angaben der Veranstalter waren etwa 400 Traktoren dabei. Die Demonstranten protestierten gegen neue Düngevorschriften und forderten «faire» Lebensmittelpreise. Auf Plakaten an den Traktoren stand «Mit uns statt gegen uns» oder auch «Sorry. Aber sonst werden wir nicht gehört». An die Adresse von Politikern und Städtern hieß es: «Sie säen nicht. Sie ernten nicht. Doch sie wissen alles besser.»

Die 23-jährige Mit-Organisatorin Johanna Mandelkow sagte, auch am Straßenrand hätten viele Beobachter ihre Zustimmung und Unterstützung signalisiert. «Manche hielten Schilder hoch und bedankten sich bei uns Bauern.»

Zwischen Ernst-Reuter-Platz und Großer Stern war die Straße des 17. Juni in beide Fahrtrichtungen gesperrt. Die Polizei hatte zuvor geraten, den Bereich weiträumig zu umfahren. Mit 350 Beamten regelte sie den Verkehr und von einem Hubschrauber aus beobachtete sie die Entwicklung aus der Luft. Die Verkehrsinformationszentrale twitterte Fotos von langen Traktoren-Kolonnen, etwa auf der Heerstraße in Charlottenburg.

Gegen 15.00 Uhr endete die Kundgebung und die Traktorfahrer machten sich auf den Rückweg. Die Organisatoren forderten sie auf, sich dabei an die Straßenverkehrsordnung zu halten.

Demonstrationen gab es auch in zahlreichen anderen deutschen Städten, beispielsweise in Bayern, Niedersachsen, Bremen, Sachsen und Hessen. Die größte Demonstration erwarteten die Organisatoren in Nürnberg, wo 5000 Traktorfahrer protestieren wollten. Organisiert wurden die Kundgebungen von der Bauern-Initiative «Land schafft Verbindung».

Schon im Oktober und November hatten Tausende Bauern mit einer Traktoren-Sternfahrt in der Hauptstadt protestiert.

Die Agrar- und Verbrauchermesse Grüne Woche öffnete am Freitag für Besucher. Bis zum 26. Januar werden in den Messehallen am Funkturm bis zu 400 000 Besucher erwartet. Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) sagte beim Eröffnungsrundgang: «Es ist für Berlin natürlich auch wieder eine Belastung, aber es gehört dazu, dass die Bauern ihre Sichtweise und ihren Anspruch deutlich machen. Das muss man auch aushalten.»

Am Samstag wollen Vertreter aus dem entgegengesetzten politischen Lager in Berlin demonstrieren. Dann wollen viele tausend Umwelt- und Tierschützer, Bauern und weitere Initiativen unter dem Motto «Wir haben es satt» in Berlin auf die Straße gehen. Ihnen geht es um strengere Naturschutzgesetze für die Landwirtschaft und weniger «Massentierhaltung» und «Agrarfabriken». Auch hier werden sich voraussichtlich einige Bauern mit ihren Traktoren beteiligen. Am Brandenburger Tor werden 15 000 Teilnehmer erwartet.

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