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Drogenhandel als kriminelles «Familiengeschäft»

20.08.2019 - Vater und Sohn sollen im Berliner Stadtgebiet monatelang gedealt haben. Auch die Mutter und ein Stiefsohn halfen laut Anklage mit. Nun begann der Prozess.

  • Ein Schild mit der Aufschrift "Landgericht Berlin" am Eingang des Kriminalgerichts Moabit. Foto: Sven Braun/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Ein Schild mit der Aufschrift "Landgericht Berlin" am Eingang des Kriminalgerichts Moabit. Foto: Sven Braun/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Berlin (dpa/bb) – Sie sollen in Berlin ein erstaunliches kriminelles «Familiengeschäft» betrieben haben: Ein 42-jähriger Vater, eine Mutter (41) und der gemeinsame Sohn (21) stehen seit Dienstag wegen Drogenhandels vor dem Landgericht der Hauptstadt. Vater und Sohn sollen fast ein halbes Jahr lang täglich Kokain und Amphetamin verkauft haben. Die 41-jährige Ex-Ehefrau des Vaters und außerdem ein 19-jähriger Stiefsohn müssen sich wegen Beihilfe zum bandenmäßigen Drogenhandel verantworten. Ein Verteidiger sagte am Rande des ersten Prozesstages, es sei mit Geständnissen zu rechnen. 

Angeklagt sind 181 Taten. Als Kopf der Gruppierung gilt der Vater. Der Automobilkaufmann und sein Sohn sollen im September 2018 mit den illegalen Geschäften begonnen haben. Bis März 2019 hätten sie Drogen in ihren Fahrzeugen im Berliner Stadtgebiet ausgeliefert. «Die Betäubungsmittel wurden von den Abnehmern telefonisch bestellt», so die Staatsanwaltschaft. Insgesamt seien mehr als 1000 Konsumeinheiten verkauft worden.

Der 42-Jährige und sein Sohn, der sich den Angaben zufolge damals bereits in einer Ausbildung zum Automobilkaufmann befand, sollen sich ab November 2018 der Mithilfe der Mutter des 21-Jährigen bedient haben, «um den Handel noch auszubauen». Der Hotelfachfrau werden 20 mutmaßliche Taten zur Last gelegt. Die Gruppierung sei schließlich noch durch den Sohn einer späteren Partnerin des 42-Jährigen verstärkt worden: Dem 19-Jährigen werden sechs Fälle vorgeworfen.

Nach monatelangen Ermittlungen wurden die Angeklagten im März festgenommen. Inzwischen sitzt nur noch der Vater in Untersuchungshaft. Zu Aussagen der Angeklagten könnte es am zweiten Verhandlungstag am 22. August kommen, so ein Verteidiger.

Indes hat am Dienstag vor dem Landgericht ein weiterer Prozess wegen schwunghaften Drogenhandels begonnen. Zwei 20-Jährige sollen in 61 Fällen mit Cannabis gehandelt haben – zu ihren Kunden hätten auch Kinder im Alter von 12 und 13 Jahren gezählt, so die Anklage. Die Männer hätten Abnehmer vor allem über soziale Medien angelockt. Mitangeklagt wegen Beihilfe ist ein 25-Jähriger. Zu Aussagen der Angeklagten soll es laut Verteidiger zu einem späteren Zeitpunkt kommen. Der Prozess ist bis zum 10. September terminiert.

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