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Brandenburg berät über längere Corona-Regeln

20.01.2021 - Längerer Lockdown, besser schützende Masken und mehr Homeoffice - das soll voraussichtlich auch in Brandenburg gelten. Das Handwerk reagiert skeptisch und fordert zügiges Impfen. Ob es wirklich in jedem Landkreis ein Impfzentrum geben wird wie erwogen, ist offen.

  • Dietmar Woidke (SPD), Ministerpräsident von Brandenburg. Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa/Archiv © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Dietmar Woidke (SPD), Ministerpräsident von Brandenburg. Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa/Archiv © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Nach der Vereinbarung von Bund und Ländern über die verlängerten Corona-Beschränkungen haben Landesregierung und Kommunen in Brandenburg am Mittwoch darüber beraten. Das sagte Wirtschaftsminister Jörg Steinbach (SPD) im Wirtschaftsausschuss des Landtags. Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) hatte nach den Beratungen angekündigt, dass die geltenden Einschränkungen bis einschließlich 14. Februar verlängert werden sollen. «Durch die Ausweitung von Homeoffice sollen die Kontakte weiter reduziert werden», sagte Woidke am Dienstagabend. Wegen Virusmutationen solle der Infektionsschutz mit medizinischen Masken verstärkt werden.

CORONA-REGELN: Die Staatskanzlei kündigte an, dass das Kabinett voraussichtlich am Donnerstag tagen werde. Woidke wollte den Landtag am Mittwoch in einer Sondersitzung informieren. Die Regierungschefs von Bund und Ländern hatten beschlossen, dass in öffentlichen Bussen und Bahnen sowie in Geschäften besser schützende Masken Pflicht werden, also OP-Masken, FFP2-Masken oder KN95-Masken. Arbeitgeber müssen zudem, wo möglich, das Arbeiten zuhause gestatten. Kitas und Schulen sollen bis zum 14. Februar grundsätzlich geschlossen bleiben beziehungsweise die Präsenzpflicht wird ausgesetzt. In Brandenburg gab es bisher Ausnahmen für Abschlussklassen und Förderschulen.

HANDWERK: Der Handwerkskammertag Brandenburg sprach von tiefen Einschnitten für das Handwerk im Land. «Umsatzeinbrüche, Komplettschließungen und Hygieneregeln fordern unsere Betriebe immer mehr», teilte Präsident Robert Wüst mit. Das Handwerk unterstütze das Anliegen, Kontakte zu vermeiden und Homeoffice zu nutzen. Installateure oder Bäcker könnten aber nicht einfach ins Homeoffice wechseln. Sie würden in der Werkstatt oder beim Kunden vor Ort gebraucht. «Brandenburg muss beim Impfen vorankommen, damit die Pandemie wieder beherrschbar wird», forderte Wüst.

Mit Frankfurt (Oder) ging am Mittwoch in Brandenburg das fünfte Impfzentrum an den Start. Für die Einrichtung in der Messe wurden für die ersten drei Tage 540 Impftermine vergeben, wie das Gesundheitsministerium mitteilte. Bei Vollauslastung könnten monatlich 10 000 Menschen geimpft werden.

IMPFLIEFERUNG: Brandenburg baue wie geplant die Impfkapazitäten Schritt für Schritt aus, sagte Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Grüne). Die Bereitschaft der Bevölkerung, sich impfen zu lassen, wachse ständig. «Wir können nur leider die große Nachfrage noch nicht umfangreich bedienen.» Andreas Schwark, Vizevorstand der Kassenärtzlichen Vereinigung (KVBB), zeigte sich zuversichtlich, dass auch bald ein Impfstoff die Zulassung erhalte, der dezentral in den Hausarztpraxen gespritzt werden könne.

Wegen Lieferverzögerungen der Hersteller Biontech und Pfizer muss auch in Brandenburg die Impfgeschwindigkeit vorübergehend gedrosselt werden. Für die Impfzentren in Elsterwerda, Frankfurt (Oder) und Oranienburg bleiben vereinbarte Termine in dieser und der nächsten Woche bestehen, danach können aber für diese Standorte nur reduziert neue Terminangebote gemacht werden.

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