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Scheeres: Berlins Schulen brauchen ein Notfallszenario

10.06.2020 - Gerade erst hat die Bildungssenatorin die Rückkehr zum Normalbetrieb an den Schulen angekündigt. Gleichzeitig pocht sie darauf, sich auf den Fall vorzubereiten, in dem das alles wieder in Frage steht.

  • Sandra Scheeres (SPD), Bildungssenatorin in Berlin. Foto: Jörg Carstensen/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Sandra Scheeres (SPD), Bildungssenatorin in Berlin. Foto: Jörg Carstensen/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Berlins Schulen sollen nach den Sommerferien zum Normalbetrieb zurückkehren - aber was passiert, wenn die Infektionszahlen im Laufe des Schuljahres erneut nach oben schnellen und die gefürchtete zweite Welle der Corona-Pandemie kommt? Die Schulen dann wieder komplett zu schließen, ist für Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) keine Alternative. Die Senatsverwaltung habe sich mit einem Plan B für den Fall auseinandergesetzt, dass sich die Situation dramatisch zum Schlechteren verändern sollte, sagte Scheeres am Mittwoch im Bildungsausschuss des Abgeordnetenhauses. «Den müssen wir auch in der Tasche haben», so die SPD-Politikerin. «Die Schulen müssen vorbereitet sein, und hier geben wir auch klare Standards vor.»

Für den Fall, dass der Regelunterricht wegen der Infektionslage nicht mehr möglich sein sollte, sei die Vorgabe, dass die Hälfte des Unterrichts als Präsenzunterricht stattfinden müsse, so die Senatorin. Es werde außerdem Standards geben für das Unterrichten zu Hause. Viele Lehrkräfte hätten in den vergangenen Monaten weit über das Maß hinaus gearbeitet. «Aber es gab auch den ein oder anderen Fall, wo man sagt «Geht gar nicht», wenn Aufgaben für drei Wochen abgeliefert werden und die Kinder überhaupt keine Orientierung haben, wann packe ich denn welche Mathe-Aufgabe an zum Beispiel», sagte Scheeres.

So sollten von den Schulen Wochenpläne erarbeitet werden, etwa dazu, was in Mathematik in welcher Woche geschafft werden müsse. Vorgegeben werde auch, dass sich die Lehrkräfte mindestens zweimal in der Woche bei den Kindern zu Hause melden müssten, sagte Scheeres, die die Rückkehr zum Normalbetrieb ab dem neuen Schuljahr am Dienstag angekündigt hatte.

Wichtig sei, dass sich die Schulen auch darauf einstellten, dass es einzelne Infektionsfälle geben könne. «Es kann der ein oder andere Fall eintreten, dass wir eine Lerngruppe schließen müssen und die Lerngruppe wird ein, zwei Wochen in Quarantäne geschickt», sagte die Senatorin. «Dann werden die Kinder zu Hause beschult.» Die Schulen müssten sich Gedanken machen, wie der Unterricht in diesen Fällen gestaltet werde. Die Senatsverwaltung hat am Mittwoch ein Schreiben mit entsprechenden Hinweisen an die Schulleitungen geschickt.

Der Landesschülerausschuss hat die Überlegungen der Senatorin zu den Notfallszenarien kritisiert. Die Bildungsverwaltung weise die Schulen an, für diesen Fall Konzepte für eine Kombination aus Präsenzunterricht und dem Lernen zu Hause zu erarbeiten, ohne Mindest- und Qualitätsstandards zu setzen, teilte der Landesschülersprecher Miguel Góngora am Mittwoch mit.

«Diese Herangehensweise ist fahrlässig und könnte im Falle einer zweiten Coronawelle zu einer erneut verstärkten Bildungsungerechtigkeit in Berlin führen.» Die Schüler fordern die Senatsverwaltung außerdem auf, die Digitalisierung voranzutreiben und den Lehrkräften die benötigten Fortbildungen zu ermöglichen.

Schon ab dem 15. Juni soll in den Berliner Kitas der Normalbetrieb beginnen. Aus Sicht von Reinickendorfs Amtsarzt Patrick Larscheid ist die weitere Öffnung von Schulen und Kitas konsequent. Nach den bisherigen Erfahrungen seien das für Kinder vergleichsweise sichere Orte. «Wenn sich Kinder anstecken, dann bei engsten Kontaktpersonen. Das sind bisher vor allem die eigenen Eltern», sagte Larscheid. Eltern bräuchten sich beim aktuellen Stand der Pandemie nicht zu sorgen, ihre Kinder wieder in eine Schule oder Kita zu schicken. «Es gibt eine konstant niedrige Ansteckungsrate. Die Lage ist ruhig.»

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