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Scheeres wirbt für Maskenpflicht an Schulen

31.07.2020 - Am 10. August sollen Berlins Schulen trotz Corona im Normalbetrieb starten - ein Unterfangen mit vielen unbekannten Größen. Das räumt auch die zuständige Senatorin ein.

  • Sandra Scheeres (SPD) spricht auf einer Pressekonferenz. Foto: Jörg Carstensen/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Sandra Scheeres (SPD) spricht auf einer Pressekonferenz. Foto: Jörg Carstensen/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Kurz vor Beginn des neuen Schuljahres am 10. August hat Berlins Bildungssenatorin Sandra Scheeres für die neue Maskenpflicht an Schulen geworben und die Eltern um «Geduld und Pragmatismus» in der Corona-Krise gebeten. Trotz Rückkehr zu einer «vorsichtigen Normalität» spiele die Eindämmung der Pandemie in dem Schuljahr eine große Rolle, schrieb die SPD-Politikerin in einem Elternbrief. Je nach Verlauf des Infektionsgeschehens seien auch zeitweise Schließungen einzelner Schulen und damit eine Rückkehr zum Home-Schooling für die betroffenen Schüler nicht auszuschließen.

Jede Schule habe nach landesweiten Vorgaben einen eigenen Hygieneplan entwickelt, erläuterte Scheeres. «Das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung, regelmäßiges Händewaschen und Lüften, die Einschränkung von Kontakten und weitere organisatorische Maßnahmen werden helfen, das Infektionsrisiko an unseren Schulen so gering wie möglich zu halten.» Dazu sei es aber nötig, dass sich die Schüler an alle Regeln und Vorgaben einhalten. Scheeres appellierte an die Eltern, diese dabei zu unterstützen.

«Ihr Kind hat ein Recht auf Bildung und persönliche Entwicklung, auf gute Zukunftschancen», schrieb die Senatorin. Daran arbeiteten alle gemeinsam. «Es kann sein, dass es dabei an Ihrer Schule in diesem Schuljahr ruckelt, die Pandemie wieder mehr Lernen zu Hause oder im Notfall sogar die zeitweise Schließung von einzelnen Klassen oder einzelnen Schulen notwendig macht», so Scheeres. «Für diesen Fall bitte ich schon jetzt um Ihr Verständnis, Ihre Geduld und Ihren Pragmatismus.» Niemand wisse, wie sich das Infektionsgeschehen in Zukunft entwickeln werde.

Am Donnerstag hatte Scheeres mitgeteilt, dass Berlin im Kampf gegen das Coronavirus auf eine Maskenpflicht an Schulen setze. Die Regelung soll nach Ferienende ab 10. August für Schüler, Lehrer und andere Beschäftigte in Schulgebäuden gelten. Sie müssen einen Mund-Nasen-Schutz zum Beispiel auf Fluren, in Aufenthalts- und Gemeinschaftsräumen oder der Toilette tragen. In Unterrichtsräumen, auf dem Pausenhof oder im Hort soll diese Verpflichtung nicht gelten.

Die Berliner Schülervertretung geht nicht davon aus, dass sich alle an die Maskenpflicht halten. Bei einer Umfrage im Frühjahr habe nur eine knappe Mehrheit der beteiligten Schüler für eine solche Pflicht votiert, sagte der scheidende Vorsitzende des Landesschülerausschusses, Miguel Gongora, der Deutschen Presse-Agentur. «Viele sind nicht für das Thema sensibilisiert, man sieht das ja auch bei den Partys, die jetzt überall stattfinden.»

Aus Gongoras Sicht wäre es besser zu versuchen, die Schüler anders anzusprechen, ihnen die Gefahren durch das Coronavirus zu erklären und sie damit zu überzeugen. Gleichzeitig müssten Schüler, Eltern und Lehrkräfte beim Thema Maske eingebunden und den Schulen mehr Freiraum ermöglicht werden. «Das kann mehr bringen als eine Maskenpflicht, die schwer umzusetzen ist und schwierig für das Schulklima insgesamt sein wird.»

Der Landeselternausschuss wiederum erwartet keine großen Umsetzungsprobleme. «An vielen Schulen ist diese Praxis bereits vor den Ferien erprobt worden», sagte der Vorsitzende der Elternvertretung, Norman Heise, der dpa. «Wir sind ja auch beim Einkaufen oder im Öffentlichen Personennahverkehr mit Maske unterwegs. Warum soll das an der Schule nicht funktionieren.»

Sollten Schüler - oder deren Eltern - unwillig sein, plädiert Heise dafür, dass die Schulleitung zunächst das Gespräch sucht und Ursachenforschung betreibt. Sollte das nichts bringen, stehe eine ganze Klaviatur von Ordnungsmaßnahmen bis hin zum Schulausschluss zur Verfügung. Er gehe aber davon aus, dass Probleme eher im Dialog auszuräumen seien.

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