Schluss mit Schlittenfahren: Es wird wärmer und wolkig

15.02.2021 Kaum jemand hatte noch mit echten Wintertagen gerechnet. Aber dann erfreuten doch noch sonnige Stunden in verschneiten Landschaften viele Berliner und Brandenburger - zumindest für einige Tage.

Ein Pkw fährt im Sonnenuntergang auf einer Allee in Ostbrandenburg. Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Nach vielen Wintertagen mit Schnee, Eis und teilweise auch Sonne endet nun die Frostperiode in Berlin und Brandenburg. Damit sind die Tage von Schneewanderungen, Schlittenfahren und Schlittschuhlaufen erst einmal vorbei. Der Montag blieb noch sehr kalt, ab Dienstag steigen laut dem Deutschen Wetterdienst die Temperaturen aber auf über Null Grad. Es setzt Tauwetter ein, das den Schnee und das Eis auf den Seen nach und nach zum Schmelzen bringt. Auch im weiteren Verlauf der Woche bleibt es bewölkt und teilweise regnerisch.

Am Montag lagen die Temperaturen in Berlin und Brandenburg noch deutlich unter Null Grad. Nachmittags erreichte ein Tiefdruckgebiet von Westen die Region und brachte etwas wärmere und feuchtere Luft. Am späten Nachmittag und Abend sollte es laut der Vorhersage in Berlin und Brandenburg schneien. Dabei könnte es stellenweise auch glatt werden. Am Abend erreicht der Schneefall den Osten Brandenburgs. Die Höhe des Neuschnees soll zwischen zwei und fünf Zentimetern liegen.

Bis zum Dienstagmorgen geht der Schnee bei Temperaturen zwischen zwei und sechs Grad allmählich in Regen über. Wegen des weiterhin kalten Bodens kann sich dabei an manchen Stellen auch Glatteis bilden. Am Dienstagnachmittag bleibt es nach der Prognose der Meteorologen wolkig, aber trocken. Auch am Mittwoch soll es bewölkt und trocken sein. Die Temperaturen steigen dann auf vier bis acht Grad. Nachts kann es um die Null Grad kalt sein. In der zweiten Wochenhälfte ändert sich wenig.

Durch das Tauwetter steigen ab Dienstag wieder die Gefahren von Einbrüchen auf zugefrorenen Seen, auf denen das Eis dünner wird. In Berlin hatte die Polizei am Wochenende vor dem Betreten des Eises gewarnt und die Menschen zum Teil mit einem Hubschrauber kurzzeitig herunter gescheucht. Am Sonntag veröffentlichte die Polizei ein Foto aus einer Wärmebildkamera vom Weißen See in Pankow. Darauf zeigte sich, dass manche Eisflächen etwas weniger kalt waren als andere, etwa weil der Schnee weggekratzt war und das dunkle Eis mehr Sonnenstrahlen absorbierte.

Zahlreiche Menschen gingen aber trotzdem auf dem bis zu 15 Zentimeter dicken Eis spazieren, liefen Schlittschuh oder spielten Eishockey. Auf dem Schlachtensee im Südwesten Berlins brachen einige Menschen am Samstag ein Stück ins Eis ein, konnten sich aber selbst befreien. Größere Unfälle gab es nicht.

Nach den Tagen des Schlittenfahrens verzeichneten Krankenhäuser einige Rodelunfälle mit Verletzten. «Seit Anfang Februar hatten wir bereits knapp 50 Patientinnen und Patienten in unserer Rettungsstelle, die beim Schlittenfahren verunglückt sind», teilte der Chefarzt der Unfallchirurgie im Vivantes-Krankenhaus in Friedrichshain, Thomas Fuchs, mit. In mehreren Fällen seien Eltern zusammen mit ihren Kindern gerodelt, und ein Elternteil und ein Kind seien verletzt worden. «Bei den Verletzungen handelt es sich vor allem um Brüche der Sprunggelenke, Arme und Beine, auch in Kombination. Etliche Verletzungen waren so schwer, dass wir operieren mussten.»

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