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Senatorin gibt neue U-Bahn-Machbarkeitsstudie in Auftrag

27.12.2019 - Der Ausbau der U-Bahn wird in der wachsenden Stadt Berlin schon lange diskutiert und ist ein Streitpunkt in der rot-rot-grünen Koalition. Nun bringt die Verkehrssenatorin eine neue Variante ins Spiel.

  • Regine Günther (Bündnis 90/Die Grünen), Umweltsenatorin von Berlin. Foto: Christoph Soeder/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Regine Günther (Bündnis 90/Die Grünen), Umweltsenatorin von Berlin. Foto: Christoph Soeder/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Berlin (dpa/bb) - Berlins Verkehrssenatorin Regine Günther will untersuchen lassen, ob eine Verlängerung der U-Bahnlinie 7 vom Rathaus Spandau zur Heerstraße Sinn ergibt. Dazu werde ihr Haus in Kürze eine sogenannte Machbarkeitsstudie in Auftrag geben, sagte die Grünen-Politikerin der Deutschen Presse-Agentur.

Darin werde es ergebnisoffen unter anderem um die technische Machbarkeit und erste Einschätzungen zum Kosten-Nutzen-Verhältnis und damit um die Frage gehen, wie viele Menschen von einer solchen neuen Anbindung profitieren würden. Alternativ könnte demnach auch eine Tramlinie in Frage kommen, wobei in Spandau derzeit gar keine Straßenbahn fährt.

Im Koalitionsvertrag haben SPD, Linke und Grüne dem Ausbau der Straßenbahn Priorität eingeräumt - nicht zuletzt, weil das billiger ist und schneller geht. Allerdings wurden auch Machbarkeitsstudien für U-Bahn-Verlängerungen in Auftrag gegeben: für die U7 von Rudow in Richtung Flughafen BER, die U8 von Wittenau ins Märkische Viertel und zur Anbindung der geplanten Urban Tech Republic auf dem Gelände des dann geschlossenen Flughafens Tegel an die U6.

Alle drei Studien sollen laut Verkehrsverwaltung 2020 bewertet und vorgestellt werden. Während die BVG zu dem Schluss kam, dass die U8-Verlängerung machbar und sinnvoll sei, sind Ergebnisse der anderen beiden Untersuchungen noch nicht bekannt. Zuletzt forderte die SPD, den U-Bahn-Ausbau mit mehr Nachdruck zu verfolgen.

Das verlangt auch die Opposition und bewertete Günthers Ankündigung im Hinblick auf die U7 in Spandau positiv. Gleichzeitig mahnten beide Oppositionsparteien am Freitag zügige Entscheidungen an. «Die angekündigte Machbarkeitsstudie darf nicht zum weiteren Bremsklotz werden», erklärte der CDU-Verkehrspolitiker Oliver Friederici. «Die U-Bahn ist im Vergleich zur Tram das leistungsfähigere und schnellere Verkehrsmittel und beansprucht weit weniger Verkehrsfläche.»

Auch der FDP-Politiker Henner Schmidt nannte eine U7-Verlängerung in Spandau sinnvoll. «Dabei sollte nicht nur eine Trasse zur Heerstraße, sondern auch bis ins dicht besiedelte Falkenhagener Feld mit geprüft werden», schlug er vor. «Gleichzeitig muss die U7 im Süden bis zum Flughafen BER verlängert werden. Allein die jetzt schon offensichtlichen Engpässe bei der Zu- und Abfahrt zum BER erfordern dringend eine zusätzliche Anbindung», meinte Schmidt.

«Aus meiner Sicht gehören auch U-Bahnen zu einer wachsenden Stadt und Metropole dazu», sagte Günther. «Deshalb finde ich es richtig, dass wir uns Gedanken machen, wie diese ausgebaut werden können - und ob das notwendig ist.»

U-Bahn-Bauten seien sehr «investitionsintensiv» und dauerten schon wegen des umfangreichen Planungsbedarfs, aber auch im Bau sehr lange, so Günther. Daher müsse genau begründet werden, warum eine U-Bahn gebraucht werde und keine Tram.

«Ich plädiere für eine nüchterne Betrachtung: Wie viele Leute sollen mit dem Verkehrsmittel fahren - und werden es so viele sein, dass eine U-Bahn eine angemessene Antwort darauf wäre oder eine Tram oder ein Bus», sagte Günther. «Ich bin für eine offene Betrachtung der Verkehrsträger im ÖPNV-Kontext.»

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