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Spitzenkandidaten debattieren: CDU attackiert SPD und AfD

12.08.2019 - In drei Wochen steht fest, wie Brandenburg gewählt hat. Die Spitzenkandidaten der sieben größeren Parteien und Vereinigungen haben bei einer Talkrunde gesagt, worauf es ihnen bei der Wahl ankommt - und mit wem sie am liebsten in einem Boot sitzen würden.

  • MAZ-Talkrunde mit Spitzenkandidaten für die kommende Landtagswahl in Brandenburg auf der Bühne. Foto: Gregor Fischer © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    MAZ-Talkrunde mit Spitzenkandidaten für die kommende Landtagswahl in Brandenburg auf der Bühne. Foto: Gregor Fischer © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Potsdam (dpa/bb) - Bei der ersten großen Runde der Spitzenkandidaten zur Brandenburger Landtagswahl hat sich die CDU kampflustig gezeigt und die SPD, aber auch die AfD attackiert. CDU-Herausforderer Ingo Senftleben griff mehrfach SPD-Ministerpräsident Dietmar Woidke an. «Sie hatten die Chancen und haben es da wieder einmal verschlafen», sagte Senftleben am Montag bei einer Talkrunde der «Märkischen Allgemeinen» in Potsdam, als es um Bürgerbeteiligung beim Windkraftausbau ging.

Beim Thema Ausbau der Bahn sagte der CDU-Landeschef über Woidke: «Er hat sechs Jahre Zeit gehabt, als Regierungschef was zu machen.» Woidke verteidigte sich. «Es geht hier schrittweise vorwärts.» Er verwies auch auf den geplanten weiteren Bahnausbau.

Grünen-Fraktionschefin Ursula Nonnemacher warb für den Ausbau der Windkraft. «Wir stehen dazu, dass wir die Windenergie brauchen, um unsere Klimaschutzziele zu erreichen», sagte sie. Aber: «Wir müssen mit den Windenergiegegnern ins Gespräch kommen.» Der Landeschef der Freien Wähler, Péter Vida, forderte einen Stopp des Ausbaus von Windrädern und sprach von Augenwischerei.

Senftleben wandte sich auch scharf gegen AfD-Landeschef Andreas Kalbitz: «Hören Sie auf, den Menschen Angst zu machen!», sagte er, als es um den geplanten Kohleausstieg in der Lausitz ging. Kalbitz forderte vor der Ausstiegsfrage die Schaffung einer Sonderwirtschaftszone für mehr Investitionen. Er sprach von einem «Abwicklungsplan» mit Blick auf den Ausstieg. FDP-Landesvize Hans-Peter Goetz kritisierte, dass sich das Land nicht um den Sitz einer Batteriefabrik beworben habe. Woidke wies auf das Ziel neuer Arbeitsplätze in der Lausitz hin.

Der SPD-Spitzenkandidat kritisierte die AfD dafür, dass sie mit der friedlichen Revolution im Wahlkampf wirbt («Vollende die Wende»). «Mir dreht sich der Magen um», sagte er. Linksfraktionsvize Kathrin Dannenberg warf der AfD Stimmungsmache vor, der Münchner Kalbitz habe die Wende nicht miterlebt. Kalbitz verteidigte die Kampagne. «Ich glaube, dass wir die Empfindungen vieler Menschen aufgreifen.» Viele Erwartungen der Wende hätten sich nicht erfüllt. Er verwies auf das unterschiedliche Rentenniveau in Ost und West.

Es gab auch Flirts rund drei Wochen vor der Landtagswahl. Auf die Frage, welchen Partner die Spitzenkandidaten in ein Paddelboot mitnehmen würden, wählte Senftleben Grünen-Politikerin Nonnemacher. Er sitze hinten und könne den Kurs vorgeben. Nonnemacher wählte aber Linken-Politikerin Kathrin Dannenberg: «Frauen können sehr gut zusammen harmonieren.» Dannenberg sprach von Frauenpower - wenn ein Dritter gebraucht werde, könne man ja gucken, wer noch von den Männern im Boot sitze. Woidke sprach auch die Linken-Politikerin an, um eine «bewährte Partnerschaft» von Rot-Rot fortzusetzen. Rot-Rot regiert im Land seit 2009. Kalbitz sagte: «Realistisch betrachtet müsste ich wahrscheinlich die Paddeltour verschieben. Das wird sich aber ändern.»

Am 1. September wird in Brandenburg ein neuer Landtag gewählt. In einer am Freitag veröffentlichten repräsentativen Forsa-Umfrage für die «Märkische Allgemeine» wurde die AfD mit 21 Prozent stärkste Partei, gefolgt von der CDU mit 18 Prozent und der SPD mit 17 Prozent. Die Grünen erreichten 16 Prozent, die Linke kam auf 14 Prozent, die FDP erhielt 5 Prozent und die Freien Wähler vier Prozent. Eine Koalition mit der AfD lehnen alle anderen Parteien ab. Die CDU kann sich ein Bündnis mit den Grünen vorstellen und schließt eines mit der Linken nicht aus.

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