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Stadtverwaltung und Entsorgung legen Arbeit nieder

01.10.2020 - In Potsdam und Hennigsdorf ist am Donnerstag der Müll an einigen Ecken liegengeblieben. Parks und Straßen wurden nicht gereinigt. Die Stadt- und Landesbibliothek blieb geschlossen. Verdi hatte zum Warnstreik im öffentlichen Dienst aufgerufen.

  • "Warnstreik" steht auf einem Transparent. Foto: Paul Zinken/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    "Warnstreik" steht auf einem Transparent. Foto: Paul Zinken/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Um den Druck in den laufenden Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst zu erhöhen, haben rund 270 Mitarbeiter aus den Stadtverwaltungen Potsdam und Hennigsdorf und der Potsdamer Stadtentsorgung am Donnerstag ihre Arbeit niedergelegt. Seit 4.00 Uhr streikten rund 70 Beschäftigte der Entsorgung in Potsdam. «Es gibt große Beeinträchtigungen bei der Park- und Straßenreinigung und der Müllabholung», sagte Verdi-Gewerkschaftssekretär Stefan Bornost.

Da sich nicht alle der rund 300 Beschäftigten der städtischen Entsorgung an dem von Verdi aufgerufenen ganztägigen Warnstreik beteiligten, seien nur einige Fahrzeuge vom Betriebshof gefahren. Der Biomüll sei stehen geblieben. Und auch die gelbe Tonne wurde größtenteils nicht abgeholt, wie Bornost sagte.

Auch Sozialarbeiter, Beschäftigte des Bürgerservice, des Grünflächenamtes und Mitarbeiter von Bibliothek und Verwaltung aus Potsdam und Hennigsdorf (Oberhavel) beteiligten sich am Warnstreik. Statt zur Arbeit zu gehen, trafen sich rund 200 Beschäftigte nach Angaben von Verdi um 9.00 Uhr zu einer Kundgebung vor dem Potsdamer Rathaus. Die Stadt- und Landesbibliothek im Potsdamer Bildungsforum blieb geschlossen. Auch nach dem Mittag sollten noch Einschränkungen unter anderem beim Bürgerservice bestehen, sagte Verdi-Gewerkschaftssekretärin für Brandenburg, Katja Boll.

Mit den Warnstreiks will Verdi den Druck auf die Arbeitgeber in den laufenden Verhandlungen für Beschäftigte im öffentlichen Dienst bei den Kommunen und im Bund erhöhen. Die Gewerkschaft und der Beamtenbund dbb fordern für die bundesweit 2,3 Millionen Tarifbeschäftigten ein Plus von 4,8 Prozent für ein Jahr. Löhne und Gehälter sollen dabei mindestens um 150 Euro pro Monat steigen, Azubis sollen 100 Euro mehr bekommen. Zwei Gesprächsrunden brachten kein Ergebnis. Am 22. und 23. Oktober soll weiter verhandelt werden.

«Wir brauchen endlich eine Ost-West-Angleichung der Löhne», so Martin Günther, Vize-Landesvorsitzender der Linken in Brandenburg. In Brandenburg lägen die mittleren Löhne immer noch 818 Euro unter denen in Westdeutschland. Nach Angaben von Verdi wurde bei der Tarifrunde 2018 vereinbart, dass 2022 in Ost und West die gleiche Jahressonderzahlung gezahlt wird.

Mit Blick auf den Warnstreik der Müllentsorger sagte Bornost: «Die Touren werden immer länger. Gleichzeitig fahren auf den Fahrzeugen weniger Beschäftigte mit - das macht sich in der Arbeitsbelastung stark bemerkbar.» Daneben mache der Kraftfahrermangel der Branche zu schaffen. «Die Branche ist überaltert. Die jungen Leute werden sich bei den niedrigen Gehältern andere Jobs suchen», so Bornost.

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