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Steinmeier: Staatliche Verantwortung für jüdisches Leben

10.10.2019 - Berlin (dpa) - Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat nach dem Anschlag auf die Synagoge in Halle/Saale vor einer kaum verhohlenen Bereitschaft zur Gewalt sowie Hass gegen Minderheiten und Andersdenkende gewarnt. «Ich bin es leid, dass Rechtsextremismus offen das Wort geredet wird und diese Borniertheit klammheimliche Zustimmung findet», sagte Steinmeier laut Redemanuskript am Donnerstagabend in Berlin. Zuvor hatte der Bundespräsident in Halle eine klare Haltung der Gesellschaft gegen Rechtsextremismus gefordert.

  • Frank-Walter Steinmeier (r) und Walter Homolka bei der Überreichung der Ernst Ludwig Ehrlich Madaille an C. Knobloch. Foto: Wolfgang Kumm/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Frank-Walter Steinmeier (r) und Walter Homolka bei der Überreichung der Ernst Ludwig Ehrlich Madaille an C. Knobloch. Foto: Wolfgang Kumm/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

«Der Staat muss Verantwortung übernehmen für jüdisches Leben in Deutschland, und unsere Solidarität muss sichtbar werden», sagte Steinmeier in Berlin. Seine Gedanken gingen an die Ermordeten und Verletzten des Angriffs und ihre Angehörigen. Auch denke er an jene, die in der Synagoge «darauf vertrauen mussten, dass eine Tür standhält und Schlimmeres verhüten möge», sagte Steinmeier zur Verleihung der Ernst Ludwig Ehrlich Medaille an die Präsidentin der israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, Charlotte Knobloch.

Knobloch, die unter anderem Präsidentin des Zentralrats der Juden war, sei eine «unüberhörbare Stimme» und ein «Orientierungslicht». Als Überlebende des Holocaust habe sie sich mit ihrem Mann Samuel Knobloch, ebenfalls ein Überlebender, entschieden, in Deutschland zu bleiben und am demokratischen Aufbau zu beteiligen. Ihr Engagement sei von unschätzbarem Wert für die Entwicklung der Bundesrepublik.

Das vor zehn Jahren gegründete Ernst Ludwig Ehrlich Studienwerk hat bisher mehr als 750 jüdische Studierende und Promovierende gefördert.

Ein schwerbewaffneter mutmaßlicher Rechtsextremist hatte am höchsten jüdischen Feiertag Jom Kippur versucht, in der Synagoge ein Blutbad unter Dutzenden Gläubigen anzurichten. Der 27-jährige Deutsche wollte die Synagoge mit Waffengewalt stürmen, scheiterte jedoch. Danach soll der Mann vor der Synagoge und in einem nahen Döner-Imbiss zwei Menschen erschossen und mindestens zwei weitere verletzt haben. Er floh vom Tatort und wurde festgenommen.

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