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Stiftung: Garnisonkirchenturm soll Sehenswürdigkeit werden

05.06.2020 - Die Stiftung Garnisonkirche stellt ihre Ziele für den umstrittenen Wiederaufbau des Kirchturms vor. Ein Konzept für die geplante Bildungs- und Versöhnungsarbeit gibt es bislang jedoch nicht.

  • Hinter dem Sockelbau der Garnisonkirche steht die Portalfassade des Langen Stalls. Foto: Soeren Stache/dpa-Zentralbild/ZB/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Hinter dem Sockelbau der Garnisonkirche steht die Portalfassade des Langen Stalls. Foto: Soeren Stache/dpa-Zentralbild/ZB/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Die Stiftung Garnisonkirche hat ihre Ziele für die Nutzung des wiedererrichteten Turms der ehemaligen Militärkirche in Potsdam vorgestellt, der bis zum Sommer 2022 fertiggestellt werden soll. Erstes Ziel sei die touristische Nutzung als attraktive Sehenswürdigkeit, die auf einer Aussichtsplattform in 57 Metern Höhe einen großartigen Ausblick biete, sagte der theologische Vorstand Martin Vogel am Freitag bei der Vorstellung des Nutzungskonzepts. Bei ihrer Kalkulation geht die Stiftung davon aus, dass der Turm mit 80 000 Besuchern jährlich wirtschaftlich zu betreiben ist.

Im bereits fertiggestellten Sockelbau des Turms soll in einer Ausstellung die Geschichte der preußischen Garnisonkirche von der Grundsteinlegung im Jahr 1730 über ihre Bedeutung in der Nazizeit bis zur Sprengung der Turmruine 1968 gezeigt werden. Zudem sind Bildungsangebote geplant, die insbesondere junge Menschen motivieren sollen, gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen, so Vogel. Die Konzepte für die Ausstellung und die Bildungsarbeit stehen allerdings noch nicht, sondern sollen in den nächsten eineinhalb Jahren erarbeitet werden.

«Die Stiftung Garnisonkirche sieht ihren Turm in erster Linie als touristische Attraktion», kritisierte die Bürgerinitiative für ein Potsdam ohne Garnisonkirche am Freitag auf ihrer Facebookseite. «Ein konkretes inhaltliches Konzept hätte es von Beginn an geben müssen, stattdessen wird es immer noch ganz hinten angestellt.» Das Versprechen einer ernsthaften Auseinandersetzung mit der Geschichte der Garnisonkirche bleibe so ein Lippenbekenntnis, meinte die Initiative. «Das ist für diesen historischen problematischen Ort einfach nur unwürdig.»

In ihrem Konzept besteht die Stiftung auch auf einer Nutzung des Grundstücks für das ehemalige Kirchenschiff. Dort steht das ehemalige Rechenzentrum aus DDR-Zeiten, das bis 2023 als Kreativzentrum genutzt wird. Anschließend solle es temporär für Veranstaltungen wie Gottesdienste und Konzerte unter freiem Himmel genutzt werden, so die Stiftung. Vor einer Bebauung müsse es aber erst eine entsprechende Vorstellung für die Nutzung geben.

Gegen den Wiederaufbau der Garnisonkirche wenden sich mehrere - darunter auch christliche - Initiativen. Die Gegner sehen in dem historischen Bau ein Symbol des Militarismus und einen Treffpunkt rechtsnationaler Bewegungen in den 1920er und 1930er Jahren. Sie erinnern auch an den «Tag von Potsdam», als am 21. März 1933 Reichspräsident Hindenburg dem neuen Reichskanzler Hitler vor der Kirche die Hand reichte. Die Stiftung betont dagegen, sie wolle in dem Neubau den Geist der Versöhnung und des Friedens pflegen.

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