Diese Seite benötigt Javascript! Bitte aktivieren Sie Javascript für eine korrekte Darstellung.

Süssmuth: Verhüllter Reichstag war friedliche Botschaft

18.06.2020 - Die als «Wrapped Reichstag» bezeichnete Verhüllung des späteren Bundestages vor 25 Jahren war aus Sicht der damaligen Bundestagspräsidentin Rita Süssmuth «eine friedliche Botschaft an Berlin und die Welt». Das berühmte Kunstwerk von Christo und Jeanne-Claude habe für ein anderes Land gestanden. «Das war nicht das aggressive Deutschland. Es war eine Botschaft von Kunst und Kultur, die in die Welt ausstrahlte», sagte Süssmuth der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Süssmuth setzte die Zustimmung für das jahrzehntelang umstrittene Projekt als Bundestagspräsidentin gegen den Willen des damaligen Bundeskanzlers Helmut Kohl und des damaligen Fraktionschefs Wolfgang Schäuble (alle CDU) im Parlament durch.

  • Objektkünstler Christo unterhält sich bei einer Preisverleihung mit Rita Süssmuth. Foto: picture alliance / dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Objektkünstler Christo unterhält sich bei einer Preisverleihung mit Rita Süssmuth. Foto: picture alliance / dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

«Mit der geforderten namentlichen Abstimmung konnten sie genau kontrollieren, wo die Stimmen herkamen. Kohls Hoffnung auf ein Scheitern des Projekts war, dass sich die Regierungsmehrheit in der Entscheidung widerspiegeln würde», sagte Süssmuth. Die Befürworter lagen dann mit 292 gegen 223 Stimmen vorn.

Süssmuth erlebte das Projekt zu allen Tageszeiten. «Die Besucher dort waren in Stille schauende, nachdenkliche, staunende Menschen. Es brachte viele Fremde und Einheimische nach Berlin und war also zugleich auch ein kultureller Austausch vor Ort», sagte die 83-Jährige. «Am schönsten war der Reichstagsrasen, auf dem die Menschen lagen und sahen, wie dieses Kunstwerk als Parlamentsgebäude untätig und doch so wirksam war.»

Mit «Wrapped Reichstag» verhüllten Christo und Jeanne-Claude für zwei Wochen (24. Juni bis 7. Juli 1995) den späteren Bundestag. Das lange umstrittene Projekt, für 13 Millionen Dollar von den Künstlern selbst finanziert, lockte etwa fünf Millionen Menschen nach Berlin.

Schließen

Aus Sicherheitsgründen werden Sie nach 30 Minuten Inaktivität vom System abgemeldet.

Um das zu verhindern, werden Sie bitte vor Ende dieses Zeitraums wieder aktiv.

Nach erfolgtem Logout können Sie sich erneut anmelden.
Aus Sicherheitsgründen wurden Sie nach 30 Minuten Inaktivität vom System abgemeldet. Bitte loggen Sie sich erneut ein.

Homepage aktualisieren