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Tagebauseen: Brandenburg rechnet mit steigender Verdunstung

15.08.2019 - Die Trockenheit lässt in der Lausitz Flüsse austrocknen, die Wasserspeicher leeren sich. Aber auch aus den Tagebauseen verdunstet eine Menge Wasser - die Landesregierung nennt erste Zahlen.

  • Benjamin Raschke (Grüne), umweltpolitischer Sprecher der Grünen-Landtagsfraktion, gestikuliert. Foto: Christoph Soeder/Archiv © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Benjamin Raschke (Grüne), umweltpolitischer Sprecher der Grünen-Landtagsfraktion, gestikuliert. Foto: Christoph Soeder/Archiv © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Cottbus(dpa/bb) - Trockenheit macht den Tagebauseen in Südbrandenburg zu schaffen: Die Verdunstung von Wasser aus den Seen wird nach Einschätzung der Landesregierung in den kommenden Jahren um etwa 20 Prozent zunehmen. Das geht aus einer Antwort auf eine Anfrage der Brandenburger Grünen hervor. Derzeit werde von einer mittleren jährlichen Verdunstung von 2,97 Kubikmeter pro Sekunde bei einer aktuellen Seefläche von etwa 12 500 Hektar ausgegangen. Nach Auslaufen des Braunkohlentagebaus werde die Seenfläche in der Lausitz eine Gesamtwasserfläche von etwa 15 000 Hektar haben. Die Verdunstung werde dann bei etwa 3,57 Kubikmeter pro Sekunde liegen.

So verdunste alleine durch die Tagebauseen eine Wassermenge, die die Metropole Berlin in einem halben Jahr verbraucht - nämlich etwa 200 Millionen Kubikmeter, wie der umweltpolitische Sprecher der Grünen-Landtagsfraktion Benjamin Raschke errechnet hat.

«Vor diesem Hintergrund ist es unerklärlich, warum es immer noch kein wasserwirtschaftliches Gesamtkonzept für die Lausitz gibt», kritisierte Raschke am Donnerstag. Wenn künftig für die Spree und insbesondere für das Biosphärenreservat Spreewald ein ausreichender Mindestabfluss gewährleistet werden solle, seien große Speichermengen erforderlich. Dazu sollten mehr die Tagebaufolgeseen genutzt werden.

Die Lausitz leidet seit Monaten unter Trockenheit. Weil es immer noch nicht genügend geregnet hat, bleibt die Lage in den beiden Flussgebieten Spree und Schwarze Elster weiter angespannt. Eine länderübergreifende Arbeitsgruppe «Extremsituation» mit Vertretern aus Berlin, Brandenburg und Sachsen trifft sich alle zwei Wochen zur Beratung. Am Montag wurde ihren Angaben zufolge in der Spree in Brandenburg am Unterpegel Leibsch ein Abfluss von 1,87 Kubikmeter pro Sekunde gemessen. Der mittlere Abfluss für diesen Pegel liegt im August normalerweise bei 12,8 Kubikmeter pro Sekunde.

Besonders die Schwarze Elster leidet unter der Trockenheit. Ihr Flussbett ist nach Angaben des Brandenburger Umweltministeriums oberhalb von Senftenberg kilometerweit ausgetrocknet.

Aus zahlreichen Tagebauen in Südbrandenburg sind in den vergangenen Jahrzehnten touristische Seenlandschaften entstanden. In den kommenden Jahren sollen nach Angaben der Grünen alleine im Brandenburger Teil der Lausitz noch 19 Bergbaufolgeseen geflutet werden.

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