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Tagebuch einer Ausschwitz-Überlebenden im Museum

22.01.2020 - Berlin (dpa/bb) - «Wir sind verloren» - in ihrem Tagebuch hielt die ungarische Jüdin Sheindi Ehrenwald am 19. März 1944 ihre schlimmsten Ängste fest. Es war der Tag des deutschen Einmarschs in Ungarn, die damals 14-Jährige hatte gerade mit ihren Aufzeichnungen begonnen. Nur wenige Monate später wird sie mit ihrer Familie in das Vernichtungslager Auschwitz deportiert. Ehrenwald überlebt, auch die Abschrift ihres Tagebuchs kann sie retten. «Deportiert nach Auschwitz» - zum 75. Jahrestag der Befreiung des Lagers zeigt das Deutsche Historische Museum in Berlin erstmals das Tagebuch und zeichnet das Schicksal Ehrenwalds nach, die heute mit 90 Jahren in Jerusalem lebt.

  • Ein Passbild von Sheindi Ehrenwald. Foto: Christoph Soeder/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Ein Passbild von Sheindi Ehrenwald. Foto: Christoph Soeder/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Die 54 Seiten seien «eine direkte Stimme von einem fürchterlichen Verbrechen», sagte Museumsdirektor Raphael Gross am Mittwoch. Bisher hatte Ehrenwald das Tagebuch für sich behalten. Die Aufzeichnungen, die im Juni 1944 enden, hatte sie nach der Selektion zur Zwangsarbeit in Niederschlesien als Papierklumpen mitgeschmuggelt. In dem Betrieb schrieb sie ab Dezember 1944 ihr Tagebuch heimlich auf den Laufkarten einer Waffenfabrik ab.

Die Seiten vermitteln eine Ahnung über das Leid der 560 000 ungarischen Juden, die mit Unterstützung der Reichsbahn deportiert und in den Vernichtungslagern ermordet wurden. Zwar war Ungarn im Zweiten Weltkrieg mit Deutschland verbündet, bis 1944 blieben die 800 000 ungarischen Juden vom NS-Völkermord verschont. Mit der Besetzung im März 1944 und der Einsetzung einer Kollaborationsregierung begannen aber auch dort Deportationen. Ehrenwalds Großeltern, Eltern und Geschwister wurden von der SS ermordet, nur sie und ihre Schwestern überlebten.

Parallel zur Tagebuchpräsentation in der Dauerausstellung des Museums ist im Internet unter www.bild.de/sheindi eine 35 Minuten lange Dokumentation über Miller-Ehrenwalds Schicksal zu sehen.

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