Diese Seite benötigt Javascript! Bitte aktivieren Sie Javascript für eine korrekte Darstellung.

Thüringen-Desaster: Berliner SPD, Linke und Grüne gewinnen

11.02.2020 - Die Wahl des FDP-Politikers Thomas Kemmerich zum Ministerpräsidenten in Thüringen mit Stimmen der AfD provozierte bundesweiten Protest. In Berlin kommen die Erfurter Ereignisse den Regierungsparteien zugute.

  • Nina Stahr. Foto: Christoph Soeder/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Nina Stahr. Foto: Christoph Soeder/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Berlin (dpa/bb) - Linke, Grüne und SPD in Berlin haben in den Tagen nach der umstrittenen Wahl des FDP-Politikers Thomas Kemmerich zum Regierungschef in Thüringen an Mitgliedern gewonnen. Bei den übrigen Parteien ist das nicht erkennbar. Die Wahl Kemmerichs mit Stimmen von AfD, CDU und FDP hatte vorige Woche bundesweite Kritik ausgelöst. Er war daraufhin zurückgetreten.

Beim Berliner Landesverband der SPD gab es einer Sprecherin zufolge 90 Eintritte. «Wir konnten innerhalb weniger Tage mehr Eintritte als in einem durchschnittlichen Monat verzeichnen.» Auf ihre aktive Beteiligung an und Unterstützung von Demonstrationen und Protesten gegen rechts habe die Partei in den zurückliegenden Tagen ausdrücklich ein positives Feedback bekommen. Die Linke registrierte seit dem Wahltag in Erfurt 71 Neueintritte. Das sei eine deutlich erhöhte Zahl, die mit der Wahl Kemmerichs zusammenhänge, hieß es.

Nach Einschätzung der Grünen-Landesvorsitzenden Nina Stahr hat die Wahl Kemmerichs viele Menschen schockiert. «Das macht sich auch bei unseren Mitgliedszahlen bemerkbar.» Bei ihrer Partei reichten zwischen Mittwoch und Samstag vergangener Woche 62 Personen einen Aufnahmeantrag ein. «Das sind fast drei Mal so viele wie im letzten Jahr durchschnittlich in diesem Zeitraum», sagte Stahr.

Keine konkreten Zahlen liegen der Berliner FDP bisher vor. Es sei aber eine erhöhte Mitgliederbewegung festzustellen gewesen - sowohl bei den Austritten als auch bei den Eintritten, teilte ein Sprecher mit. Seit dem Tag der Ministerpräsidentenwahl habe es einen erhöhten Eingang an Reaktionen gegeben - «negative wie auch positive». Besonders niedrig sei das Niveau der Beiträge bei Twitter, auffällig differenziert seien Anrufer, die ihren Unmut, in Teilen auch Ihren Zuspruch äußerten.

Bei der Berliner AfD gab es eine einstellige Zahl von Eintritten, was nach Einschätzung eines Parteisprechers «völlig normal» ist. Dagegen hätten die Partei viele Reaktionen erreicht. «In unserer Mitgliedschaft und auch in der Wählerschaft ist der Unmut über Union und FDP gewaltig», so der Sprecher. «Die AfD-Wählerschaft ist ja nicht homogen, sondern speist sich nicht zuletzt aus früheren CDU und FDP-Wählern.» Keine Aussagen zur Mitgliederentwicklung sind für den CDU-Landesverband möglich. Aufnahmen, an denen Orts- und Kreisverbände beteiligt seien, dauerten grundsätzlich mehrere Wochen, erklärte ein Parteisprecher.

Schließen

Aus Sicherheitsgründen werden Sie nach 30 Minuten Inaktivität vom System abgemeldet.

Um das zu verhindern, werden Sie bitte vor Ende dieses Zeitraums wieder aktiv.

Nach erfolgtem Logout können Sie sich erneut anmelden.
Aus Sicherheitsgründen wurden Sie nach 30 Minuten Inaktivität vom System abgemeldet. Bitte loggen Sie sich erneut ein.

Homepage aktualisieren