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«Ja, ich habe es getan»: Geständnis nach tödlichem Streit

26.10.2020 - Ein Streit zwischen zwei Männern gerät außer Kontrolle. Am Ende ist einer der beiden tot. Laut Anklage zerteilt der andere sein Opfer, wird dabei jedoch gestört, flüchtet und stellt sich später in Tschechien. Vor Gericht spricht der Angeklagte von Notwehr.

  • Die Justitia ist an einer Türscheibe angebracht. Foto: Rolf Vennenbernd/dpa/Symbol © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Die Justitia ist an einer Türscheibe angebracht. Foto: Rolf Vennenbernd/dpa/Symbol © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Ja, ich habe es getan», lässt der Vietnamese auf der Anklagebank des Landgerichtes Frankfurt (Oder) den Dolmetscher zum Prozessauftakt übersetzen. Der 27-Jährige gab am Montag zu, einen ein Jahr älteren Landsmann am 9. März dieses Jahres bei einem Streit in der gemeinsam bewohnten Wohnung im Wandlitzer Ortsteil Basdorf (Barnim) erstochen und ihn anschließend teilweise zerstückelt zu haben. Ein Klingeln an der Wohnungstür habe ihn aufgeschreckt und er sei geflohen, so der Angeklagte weiter.

Laut Anklage hatte der 27-Jährige damals einen Menschen getötet, ohne Mörder zu sein. Ihm werde Totschlag vorgeworfen, der Strafrahmen dafür liege bei einer Freiheitsstrafe zwischen 5 und 15 Jahren, sagte ein Gerichtssprecher am Rande des Prozessauftaktes. 15 Messerstiche soll der Angeklagte seinem Opfer in Tötungsabsicht versetzt haben, ein Stich ins Herz, Verletzungen der Halsschlagader und des Brustkorbes waren laut Obduktion letztlich tödlich. Den zerteilten Leichnam habe der Angeklagte in einem Rollkoffer verstauen wollen, so die Anklage weiter.

Die beiden Vietnamesen hatten seit ein paar Monaten in einem asiatischen Restaurant in der Nähe der Wohnung gearbeitet, die ihnen der Gastronom zur Verfügung gestellt hatte. Jeder von ihnen bewohnte ein Zimmer, sie hätten kaum etwas miteinander zu tun gehabt, schilderte der Angeklagte am Montag vor Gericht. Das spätere Opfer habe sich am Drogenkonsum seines Mitbewohners gestört, Tage vor der Tat soll er den Angeklagten im Keller des Restaurants geschlagen haben, so der 27-Jährige vor Gericht. Am 9. März hatte der gelernte Koch eigenen Schilderungen nach zunächst einen Joint geraucht und anschließend Kokain geschnupft. Dabei habe ihn der Mitbewohner erwischt und erneut beschimpft, schilderte der Angeklagte.

Nach verbalen Auseinandersetzungen sei er selbst ins Bad gegangen, das spätere Opfer sei ihm dorthin gefolgt, habe ihn von hinten geschlagen, in die Badewanne geschubst und gewürgt. «Er schrie: Ich töte dich. Ich bekam Angst und griff nach dem Messer, das mir aus der Hosentasche gerutscht war», erzählte der 27-Jährige weiter vor Gericht. Um sich zu wehren, habe er zugestochen. Sein Gegner sei weg gerannt und habe später im Hausflur auf der Treppe gelegen, voller Blut. Erneut hatte es der Angeklagte eigenen Schilderungen nach mit der Angst zu tun bekommen, habe Stimmen gehört.

An die anschließende Zerstückelung des Opfers habe er hingegen keine Erinnerungen, sagte er vor Gericht. «Ich bin vom Klingeln an der Haustür wach geworden, sah den zerteilten Leichnam und bin weg gelaufen», so der Angeklagte. Laut Anklage hatte er seinen toten Mitbewohner von der Treppe in die Wohnung zurück geschleppt und im Bad damit begonnen, ihn zu zerteilen. Beide Beine und ein Arm seien bereits «fachmännisch abgetrennt» gewesen, sagte Anklagevertreter Jörg Tegge zum Prozessauftakt.

Der mutmaßliche Täter war bis nach Tschechien geflohen, hatte sich Mitte März dann dort den Behörden gestellt und die Tötung eines Mannes im Umland von Berlin gestanden. Seit dem sitzt er in Untersuchungshaft. Der Prozess wird an diesem Freitag mit der Vernehmung von Zeugen fortgesetzt. Ein Urteil könnte am 23. November gesprochen werden.

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