Diese Seite benötigt Javascript! Bitte aktivieren Sie Javascript für eine korrekte Darstellung.

Überfallener Rabbiner: Gegen Hass gemeinsam aufstehen

02.08.2019 - Berlin (dpa/bb) - Der von einem antisemitischen Übergriff betroffene Rabbiner der Jüdischen Gemeinde zu Berlin, Yehuda Teichtal, hat gemeinsame Anstrengungen gegen den Hass in der Gesellschaft gefordert. Anteilnahme reiche nicht, sagte Teichtal der «Süddeutschen Zeitung». «Die Menschen müssen jeden Tag Zivilcourage zeigen, zeigen, dass sie es nicht dulden, wenn andere Menschen angegriffen werden.»

  • Rabbiner Yehuda Teichtal, Gemeinderabbiner der Jüdischen Gemeinde zu Berlin. Foto: Soeren Stache/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Rabbiner Yehuda Teichtal, Gemeinderabbiner der Jüdischen Gemeinde zu Berlin. Foto: Soeren Stache/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Der Rabbiner war am vergangenen Wochenende in Begleitung eines seiner Kinder von zwei Männern auf Arabisch beschimpft und bespuckt worden. Die Ermittlungen beim Staatsschutz laufen, Details dazu gab es am Freitag keine. «Zu Schutzmaßnahmen für den Rabbiner äußern wir uns nicht», sagte ein Polizeisprecher.

«Das war eine furchtbare Situation, die ich niemandem wünsche», sagte Teichtal. Er sei vor 23 Jahren mit einem One-Way-Ticket aus New York nach Berlin gekommen. «Die Entscheidung ist mir anfangs nicht leicht gefallen. Mein Urgroßvater war in Auschwitz und wurde im Holocaust ermordet, mein Großvater hat den Holocaust überlebt.» Das jüdische Leben in Deutschland sei in den vergangenen Jahrzehnten aufgeblüht, «immer mehr jüdische Menschen kamen hierher, und sie wollen hier ihren Glauben leben».

Es sei schlimm, wenn jüdische Menschen mitten in Berlin attackiert würden, «wo sie wohnen, einkaufen und zur Schule gehen». Dennoch glaube er fest daran, «dass der Großteil der Menschen hier tolerant ist. Damit der Hass nicht gewinnt, müssen wir allerdings alle aufstehen, zusammenhalten und füreinander einstehen.» Außerdem müsse Toleranz eine große Rolle in der Erziehung der Kinder spielen.

Jüdische Menschen dürften sich nicht verstecken. «Wir müssen stolz sein und unsere Hand ausstrecken: Hier sind wir, wir gehen nicht mehr weg, wir gehören dazu.» Antisemitismus sei ist ein Gift, das es in allen Teilen der Gesellschaft gebe. «Es gibt rechten Antisemitismus, linken Antisemitismus, muslimischen Antisemitismus.»

Die große Anzahl der Muslime sei tolerant. «Sie müssen wir ebenso wie jeden anderen dazu bewegen, aufzustehen, einzustehen für Toleranz und Demokratie, gerade in Deutschland mit seiner dunklen Geschichte.» Dabei gebe es eine besondere Verantwortung für alle. «Deutschland muss ein Leuchtturm für Respekt und Toleranz sein.»

Antisemitismus habe in Deutschland keinen Platz. «In einer Gesellschaft, die Hass auf Juden zulässt, ist niemand sicher. Heute trifft es die Juden, morgen vielleicht schon dich. Diese Attacke war an alle Menschen gerichtet, die Demokratie wertschätzen.»

Schließen

Aus Sicherheitsgründen werden Sie nach 30 Minuten Inaktivität vom System abgemeldet.

Um das zu verhindern, werden Sie bitte vor Ende dieses Zeitraums wieder aktiv.

Nach erfolgtem Logout können Sie sich erneut anmelden.
Aus Sicherheitsgründen wurden Sie nach 30 Minuten Inaktivität vom System abgemeldet. Bitte loggen Sie sich erneut ein.

Homepage aktualisieren