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Unions Warten auf die Bundesliga

26.04.2020 - An Bundesliga-Fußball ist beim 1. FC Union noch immer nicht zu denken, auch das Training bleibt eingeschränkt. Präsident Dirk Zingler stellt klar, warum die Wiederaufnahme des Spielbetriebs so wichtig ist. Spürt aber auch den Gegenwind.

  • Dirk Zingler, Präsident von Union Berlin. Foto: Andreas Gora/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Dirk Zingler, Präsident von Union Berlin. Foto: Andreas Gora/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

An die zwangsfreien Wochenenden haben sich die Profis des 1. FC Union Berlin noch immer nicht gewöhnt. «Sie erleben diese ja nicht wie sonst im Urlaub oder der normalen spielfreien Zeit. Den Spielern geht auch vieles durch den Kopf», sagte Oliver Ruhnert, Geschäftsführer Profifußball beim Bundesligisten aus Köpenick, der «Bild»-Zeitung: «Kein Spieler wird sich in diese freie Wochenenden verlieben.» Ein Ende ist während der andauernden Coronavirus-Krise aber noch immer nicht in Sicht, die mögliche Fortsetzung des Spielbetriebs bleibt ungeklärt.

Und so wird in dieser Woche unter Coach Urs Fischer trainiert. Ohne Zweikämpfe, ohne Spielformen, ohne Körperkontakt. «So lange es keine Anordnung seitens der Politik gibt, werden wir wie bisher trainieren. Wir warten auf Entscheidungen der Behörden», sagte Ruhnert. Der Fokus liege weiter auf Kraft- und Laufeinheiten, zwar gibt es auch Übungen mit dem Ball. Doch mit Profifußball-Training hat das wenig zu tun.

Union muss sich weiter gedulden, ist aber weit entfernt davon, in der Corona-Krise eine Sonderrolle für den Fußball zu fordern. «Dagegen verwehre ich mich total. Wir nehmen genau die Rolle ein, die viele andere Branchen und Unternehmen weltweit auch einnehmen, um ihren Beruf auszuüben», sagte Präsident Dirk Zingler in einem Interview auf der Internetseite des Vereins. Er verspüre aber durchaus die Skepsis, die der Liga im Bestreben um eine Saison-Fortsetzung entgegenschlägt. «Natürlich ist dem Fußball angeraten, mal über sein Wertegerüst, über seine Organisation an sich, nachzudenken», sagte Zingler.

Der Chef der Eisernen hat volles Verständnis dafür, dass auch gesagt werde, Fußball sei jetzt nicht so wichtig, und die Spaßveranstaltung könnte jetzt mal pausieren. «Wir müssen den Sachverhalt aber mal aus der Sicht von rund 56 000 Menschen sehen, die rund um den Fußball beschäftigt sind. Die wollen wieder ihrem Beruf nachgehen», sagte der 55-Jährige. «Auch der Fußball hat die Aufgabe, alles zu tun, um in der gesellschaftlichen Akzeptanz zu bleiben.»

Nach der Coronavirus-Pandemie werde die Basis für eine Veränderung eine viel stärkere sein, sagte der langjährige Präsident: «Ich spüre bei all meinen Kollegen die Bereitschaft, Fehlentwicklungen zu korrigieren.» Aber jetzt sei dafür noch nicht die Zeit: «Jetzt geht es darum, den Club zu sichern und unsere Mitarbeiter wieder in Arbeit zu holen.» Zingler weiter: «Unser Profis sollen Fußball spielen, damit wir in der Lage sind, unsere Mitarbeiter zu bezahlen.»

«Wir sind gerade dabei, das Bestmögliche unter den schlechtesten Fällen zu organisieren, weil wir uns verantwortlich fühlen für unsere Mitarbeiter und unseren Club», erklärte Zingler zu möglichen Spielen ohne Fans, die zu einem Saisonabschluss führen sollen. «Deshalb denke ich, dass einige Meinungsäußerungen zu kurz gedacht sind.»

Er kenne keinen Spieler, der eine Sonderrolle beanspruchen möchte. «Sie freuen sich nicht darauf, ihren Beruf so auszuüben, wie sie ihn jetzt ausüben», betonte Zingler. «Wenn die Politik und auch deren medizinische Berater sagen, euer Konzept ist in Ordnung, passt auf, aber spielt Fußball und geht eurem Beruf nach - diesen Tag sehne ich herbei.»

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