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Vergewaltigungen: Ermittler suchen Serientäter mit Bildern

08.07.2020 - Mehrere Frauen wurden zuletzt in Berlin und Brandenburg im Grünen vergewaltigt. Eine zufällige Häufung von Fällen, die publik werden? Offenbar nicht: Die Ermittler gehen jetzt von einem Serientäter aus und suchen ihn mit Aufnahmen aus Überwachungskameras.

  • Ein Blaulicht der Polizei leuchtet auf. Foto: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa-Zentralbild/ZB/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Ein Blaulicht der Polizei leuchtet auf. Foto: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa-Zentralbild/ZB/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Nach mehreren Vergewaltigungen in Berlin und Brandenburg im Juni gehen die Ermittler nun von einem Serientäter aus. Hauptstadt-Polizei und -Staatsanwaltschaft veröffentlichten am Mittwoch Aufnahmen von Überwachungskameras, die den mutmaßlichen Täter auf einem Bahnsteig in Bernau-Friedenstal (Barnim) zeigen sollen.

Für die Serientäter-Annahme sprechen laut den Behörden sichergestellte Spuren an den Tatorten, gerichtsmedizinische Untersuchungen sowie übereinstimmende Zeugenaussagen. Insgesamt geht es um sieben bisher bekannte Taten zwischen dem 12. und 30. Juni, wie ein Polizeisprecher erklärte: fünf Vergewaltigungen, eine versuchte Vergewaltigung und ein unklarer Fall, der von einem Zeugen beobachtet wurde, in dem sich aber kein Opfer gemeldet hat.

Der Gesuchte soll etwa 30 Jahre alt, 1,75 bis 1,85 Meter groß und von schlanker Statur sein; sein Oberkörper wird als athletisch beschrieben. Er könnte dem Äußeren nach Osteuropäer sein, hieß es. Mit den Frauen habe er auf Englisch gesprochen. Die Ermittler wollen wissen: «Wer kennt den Unbekannten?» Oder seinen Aufenthaltsort?

Die veröffentlichten Bilder und Videos zeigen - recht gut erkennbar - einen glatzköpfigen Mann auf einem Bahnsteig, der seinen Mundschutz unter dem Kinn trägt. Die Veröffentlichung solcher Bilder nach Straftaten hat in der Vergangenheit öfters dazu geführt, dass Täter identifiziert und gefasst werden konnten oder sich selbst stellten.

Neben insgesamt fünf Fällen seit dem 12. Juni im Bereich des Grunewalds hätten im Zuge der Ermittlungen von Polizei und Staatsanwaltschaft in Berlin und Brandenburg zwei weitere Taten in einem Waldgebiet bei Kleinmachnow und in Bernau demselben Täter zugeordnet werden können, hieß es. Am Mittwoch haben die Berliner Behörden auch die Ermittlungen zu den in Brandenburg begangenen Taten übernommen.

Die Aufnahmen des Tatverdächtigen entstanden am Abend des 15. Juni - da war es nahe der Bernauer Haltestelle zu einem Übergriff auf eine 20-Jährige gekommen, wie die dortige Polizei damals mitgeteilt hatte. Die junge Frau war demnach auf einem unbeleuchteten Geh- und Radweg beim Bahnhof angegriffen worden. Der Täter habe sie unter Drohungen mit sich gezogen und sich an ihr vergangen. Die damalige Personenbeschreibung: Glatze, schmales Gesicht, hellhäutig, schwarze Jogginghose, blaue Trainingsjacke.

Bekannt wurden dann im Berliner Südwesten weitere Fälle: Am 22. Juni wurde eine Vergewaltigung im Bereich des Wannsees angezeigt. Die Meldung eines Zeugen über eine Sexualstraftat nahe dem Teufelsberg betrifft den 25. Juni - am Mittwoch appellierte die Polizei erneut an das Opfer, sich zu melden. Am Abend des 28. Juni konnte in der Gegend eine von einem bislang unbekannten Täter angegriffene Frau flüchten.

Ebenfalls am 28. Juni wurde eine 27-jährige Joggerin im Wald zwischen Kleinmachnow (Potsdam-Mittelmark) und Berlin vergewaltigt. Daraufhin entstand ein Phantombild des Täters. Die Ermittler gingen möglichen Zusammenhängen mit anderen Taten nach. Unter Verweis auf den Opferschutz machte die Polizei keine näheren Angaben zu weiteren Opfern und dem jeweiligen Tathergang.

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