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Vernachlässigtes Kind: Jugendamt zum Pfleger bestellt

06.02.2020 - Frankfurt (Oder) (dpa/bb) - Im Fall des vernachlässigten fünfjährigen Mädchens aus Eberswalde hat das Jugendamt die Pflege übernommen. Das Amtsgericht habe das Jugendamt des Landkreises Barnim zum Pfleger für das Kind bestellt, sagte Kreissprecher Oliver Köhler am Donnerstag auf Nachfrage. Weitere Angaben dazu machte er nicht. «Wir als Behörde unterliegen nach wie vor dem Sozialdatenschutz und sind von der Schweigepflicht nicht entbunden.» Das Wohl des Kindes stehe an erster Stelle. Das Gericht selbst wollte zunächst keine Auskunft geben. Zuvor hatte RTL über eine neue Entwicklung in dem Fall berichtet.

  • Der Schriftzug "Jugendamt" ist auf einem Schild zu lesen. Foto: Arno Burgi/zb/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Der Schriftzug "Jugendamt" ist auf einem Schild zu lesen. Foto: Arno Burgi/zb/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Das Jugendamt hatte die Fünfjährige im vergangenen Dezember in Obhut genommen, sie kam in ein Krankenhaus. Der Kreis sprach von Anzeichen von Unterernährung und Sprach- und Verhaltensauffälligkeiten bei dem Mädchen. Dass das Kind die Klinik wieder verlassen habe, hatte Landrat Daniel Kurth Mitte Januar mitgeteilt. «Es bekommt jetzt die Hilfe und die Sicherheit, die es benötigt», erklärte er damals.

Die Staatsanwaltschaft Frankfurt (Oder) ermittelt wegen des Vorwurfs der Misshandlung von Schutzbefohlenen gegen Unbekannt. Unter Berufung auf einen Krankenhausbericht erklärte die Behörde, dass das Kind unterernährt, verhaltensauffällig und sprachgestört gewesen sei. Das Ergebnis einer rechtsmedizinischen Untersuchung stehe noch aus, sagte ein Sprecher der Behörde am Donnerstag.

Das Mädchen hat zwei Geschwister, die ebenfalls in Obhut gekommen waren. Bei ihnen gab es aber laut Landkreis keine Hinweise auf eine derartige Vernachlässigung wie bei ihrer Schwester.

Das Brandenburger Jugendministerium prüft mögliche Versäumnisse beim Jugendamt. Das Amt erhielt laut Ministerium zwischen Sommer 2017 und Frühjahr 2019 vier Gefährdungsmeldungen zur Familie des Mädchens. Der Jugendausschuss des Landtags will sich in seiner Sitzung am 13. Februar mit dem Thema befassen.

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