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Versuchte Anstiftung zum Mord? Manager sieht sich als Opfer

12.11.2019 - Er machte Karriere und wurde Geschäftsführer einer Textilkette. Doch dann zweigte er Geld für sich ab und wurde verurteilt. Im Gefängnis soll der Mann Mordpläne geschmiedet haben. Nun steht er erneut vor Gericht.

  • Auf einem Tisch liegt ein Richterhammer aus Holz, darunter liegt eine Richterrobe. Foto: Uli Deck/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Auf einem Tisch liegt ein Richterhammer aus Holz, darunter liegt eine Richterrobe. Foto: Uli Deck/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Berlin (dpa/bb) - Als Manager einer Textilkette veruntreute er trickreich rund 3,7 Millionen Euro. Weil er dann als Inhaftierter in zwei Fällen Mordpläne gegen Belastungszeugen geschmiedet haben soll, steht der 43-Jährige vor dem Berliner Landgericht. Die Anklage lautet auf versuchte Anstiftung zum Mord. Der ehemalige Geschäftsführer hat die Vorwürfe zu Prozessbeginn am Dienstag zurückgewiesen. Die Anschuldigungen von Mithäftlingen würden nicht zutreffen, erklärte er. Es habe Mitgefangene gegeben, die «an das bei mir vermutete Geld kommen wollten». Ihm seien skurrile Gespräche aufgedrängt worden.

Der Angeklagte wurde im April 2015 vom Landgericht im bayerischen Hof nach über einjähriger Prozessdauer wegen Untreue zu sechs Jahren Haft verurteilt. Im Juli 2015 folgte ein zweiter Schuldspruch. Wegen Verabredung zu einer Geiselnahme ergingen fünf Jahre Gefängnis. Die Richter waren überzeugt, dass er zwei Mitgefangene angesprochen hatte, um den Vorsitzenden Richter aus dem Untreue-Prozess in Hof entführen zu lassen - mit dem Ziel, einen Freispruch zu erpressen. Es wurde später eine Gesamtstrafe von neun Jahren Haft gebildet, die der Ex-Manager derzeit verbüßt.

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass die letzte Verurteilung zu einer ersten versuchten Anstiftung zum Mord geführt habe. Um eine Wiederaufnahme dieses Verfahrens zu seinen Gunsten zu erreichen, habe der inzwischen in eine Berliner Haftanstalt verlegte Ex-Manager den Plan gefasst, den Belastungszeugen «zu einem schriftlichen Widerruf seiner vor dem Landgericht Hof getätigten Aussage zu drängen und anschließend töten zu lassen», so die Anklage. Im Juli 2016 habe er in der Justizvollzugsanstalt Berlin-Moabit einen Mithäftling dazu bewegen wollen, diesen Zeugen durch Dritte umbringen zu lassen. «Er bot für die Tötung eine Beteiligung an seinen Immobilien an.»

Weil sich dieser Gefangene ebenfalls der Justiz anvertraut habe, soll der Ex-Manager versucht haben, auch diesen Mann umbringen zu lassen. Erneut sprach er laut Ermittlungen einen Mithäftling an. Dieser Inhaftierte sei im Herbst 2016 nur zum Schein auf das Angebot des Angeklagten eingegangen und habe sich den Behörden offenbart.

Einer der Zeugen allerdings teilte den Berliner Richtern nun aus einer Strafanstalt mit, dass er bei früheren Aussagen gegen den Ex-Manager und einstigen Mithäftling gelogen habe. Er wolle deshalb im Berliner Prozess nicht aussagen. Die Verhandlung wird am 19. November fortgesetzt.

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