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Warten statt Meisterkampf: Berliner Profi-Clubs im Dilemma

15.04.2020 - Eigentlich würde es in vielen Sportarten jetzt um die Meisterschaft gehen. Doch durch die Corona-Krise bleiben auch die großen Berliner Sport-Arenen leer. Das sorgt bei Alba, Eisbären, Füchsen und Volleys nicht nur für finanzielle Schäden, sondern auch viel Ungewissheit.

  • Bob Hanning, DHB-Vizepräsident. Foto: Julian Stratenschulte/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Bob Hanning, DHB-Vizepräsident. Foto: Julian Stratenschulte/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Die Fußball-Bundesligisten Hertha BSC und 1. FC Union dürfen sich noch berechtigte Hoffnungen auf eine Wiederaufnahme des Spielbetriebs machen. Bei den anderen großen Vereinen in Berlin sind die Aussichten während der Coronavirus-Pandemie hingegen deutlich trüber - oder der Spielbetrieb ist sogar bereits beendet. Ein Überblick über die Situation der wichtigsten Bundesliga-Vereine der Hauptstadt abseits des Fußballs.

ALBA BERLIN: Beim deutschen Basketball-Pokalsieger gibt es nur noch eine Mini-Hoffnung, dass in der Arena am Ostbahnhof schon bald wieder gespielt werden kann. «Momentan sind wir weit davon entfernt, dass es klappt», sagte Geschäftsführer Marco Baldi. Der Ligabetrieb ruht bis mindestens Ende April. Aktuell halten sich alle Spieler alleine fit und befinden sich nur teilweise in Berlin. Spielmacher Martin Hermannsson flog zu seiner Familie nach Island, Luke Sikma und Peyton Siva befinden sich in den USA. «Als US-Präsident Trump sagte, ich mache die Grenzen dicht, musste man sich entscheiden», sagte Baldi.

Damit es einen geregelten Spielbetrieb geben kann, ist etwas Vorlauf nötig, die Reisebeschränkungen erschweren alles zusätzlich. Und wer aus dem Ausland mit dem Flugzeug gerade in Tegel und Schönefeld landet, ist dazu verpflichtet, sich zunächst in eine 14-tägige häusliche Quarantäne zu begeben. «Da müssen wir erst einmal sehen, was aktuell überhaupt noch machbar ist», sagte Baldi.

FÜCHSE BERLIN: Manager Bob Hanning kann sich eine Fortsetzung der Saison in der Handball-Bundesliga nur schwer vorstellen. «Ich rechne nicht mehr damit», sagte er. Am 20. April soll beraten werden, ob es noch eine rasche Rückkehr geben kann. Aber der Liga läuft die Zeit davon. Denn bereits zuvor wurde erklärt, dass die Saison aus rechtlichen Gründen spätestens am 16. Mai wieder beginnen müsste, um sie bis Ende Juni beenden zu können. Ein Problem für die Spieler. «Die brauchen vier bis sechs Wochen Vorbereitung, um das Verletzungsrisiko zu minimieren», sagte er. Aktuell trainiert aber jeder Spieler individuell, Mannschaftstraining ist nicht möglich.

Hanning sieht auch noch weitere organisatorische Schwierigkeiten. «Großveranstaltungen werden sicherlich erst als allerletztes wieder genehmigt», sagte er. Und auch mögliche Geisterspiele sieht er eher skeptisch. «Weil wir von den Zuschauereinnahmen abhängig sind.»

EISBÄREN BERLIN: Für den früheren deutschen Eishockey-Meister endete die Saison schon am 10. März mit der Playoff-Absage. So konnte der Club seine Kaderplanung für die kommende Spielzeit vorantreiben: Zügig wurden sieben Abgänge und die ersten vier Neuzugänge verkündet. Die Verpflichtung weiterer Auslandsprofis dürfte sich aufgrund der unsicheren Lage in vielen internationalen Ligen aber noch hinziehen. Die unter Vertrag stehenden Spieler verbringen die Sommerpause wie üblich in ihren Heimatorten. Mit individuellen Programmen bereiten sie sich bereits auf den für Ende Juli geplanten Trainingsstart vor.

Auch der Verkauf von Dauerkarten läuft wie gewohnt. Die Nachfrage weiche derzeit «weder nach oben noch nach unten ab», sagte Geschäftsführer Peter John Lee. Die Krise spüren vor allem die Angestellten der Geschäftsstelle, die momentan im Homeoffice arbeiten: Der Eisbären-Mutterkonzern Anschutz Entertainment Group hat für seine deutschen Unternehmen bis Ende Juni Kurzarbeit angemeldet.

BERLIN RECYCLING VOLLEYS: Der deutsche Meister kritisierte den vorzeitigen Abbruch der Spielzeit in der Volleyball-Bundesliga. Der Titelverteidiger stand als uneinholbarer Hauptrundenerster dicht vor dem nächsten Triumph, als im März vorzeitig Schluss war. Die Playoffs wurden gar nicht begonnen. Eine seriöse Planung für die kommende Spielzeit sei aktuell noch nicht möglich, sagte Manager Kaweh Niroomand zuletzt dem rbb. Der 67-Jährige hatte sich selbst mit dem Coronavirus infiziert, die Erkrankung ist aber bereits überstanden.

Aus der laufenden Saison stehe noch ein sehr hoher sechsstelliger Betrag an Sponsorengeldern aus, «die noch fließen müssen, damit wir die Saison halbwegs glimpflich abschließen», sagte Niroomand. Zudem gehe es jetzt darum, an Sponsoren heranzutreten und zu sehen, «welche Mittel wir für die kommende Saison zur Verfügung haben», sagte Niroomand. Das solle aber erst Ende Mai, Anfang Juni geschehen.

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