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Weitere Nachweise von Corona-Variante aus Großbritannien

21.01.2021 - Der verlängerte Lockdown wurde auch mit der Befürchtung begründet, dass eine ansteckendere Corona-Variante die Eindämmung der Pandemie erschweren könnte. Wie verbreitet ist sie schon? Die Spurensuche liefert erste Ergebnisse.

  • Eine Ärztin zeigt in einem Labor einen Test für das Coronavirus. Foto: Sebastian Gollnow/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Eine Ärztin zeigt in einem Labor einen Test für das Coronavirus. Foto: Sebastian Gollnow/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Im Zuge der verstärkten Suche nach der ansteckenderen Coronavirus-Variante B.1.1.7 hat es in Berlin weitere Treffer gegeben. Die Zahl der Nachweise auf einer internistischen Station des Humboldt-Klinikums in Reinickendorf stieg im Vergleich zum Vortag von sechs auf zehn, wie der landeseigene Vivantes-Konzern am Donnerstag mitteilte. Auch eine Probe, die in einer ambulanten Charité-Untersuchungsstelle entnommen wurde, sei positiv auf die zunächst in Großbritannien entdeckte Variante getestet worden, teilte das Universitätsklinikum mit. Der infizierte Mensch sei nicht in stationärer Behandlung gewesen und nun in häuslicher Quarantäne.

Angesichts nun gezielter Suche sei davon auszugehen, «dass täglich weitere Fälle mit der Virusvariante festgestellt werden und die Entwicklung der Zahlen sehr dynamisch bleibt», erklärte Vivantes. Positive Corona-Tests von aktuellen Patienten und Personal an allen acht Standorten würden sukzessive nachträglich untersucht. Ab sofort würden zudem für alle neuen Fälle von Covid-19 im Labor systematische Screenings auf B.1.1.7 durchgeführt.

Wann die Probe am Virchow-Klinikum der Charité im Wedding entnommen wurde und ob der Infizierte sich zuvor in Großbritannien aufgehalten hatte, wurde auf Anfrage nicht mitgeteilt. Bei den Fällen bei Patienten und Personal auf der Vivantes-Station hieß es, die Ansteckungen seien nicht mit Reisen zu erklären. Keine Angaben machte Vivantes zunächst zu der Frage, ob auch schon weitere Corona-Fälle mit Bezug zur Station bekannt sind, bei denen lediglich der Nachweis der Variante aussteht.

Die Gesamtzahl der Varianten-Nachweise in Berlin war auf Landesebene zunächst nicht zu erfahren. «Sobald die vorgeschriebenen Meldewege belastbare Zahlen ermöglichen, können diese kommuniziert werden», teilte ein Sprecher der Gesundheitsverwaltung auf Anfrage mit. Der erste Nachweis von B.1.1.7 in Berlin war vor knapp zwei Wochen bekannt gegeben geworden. Der Patient soll zuvor in Großbritannien gewesen sein; auch zwei Kontaktpersonen erkrankten.

Der Amtsarzt von Reinickendorf, Patrick Larscheid, sagte in der RBB-«Abendschau» (Mittwoch) zu den Vivantes-Fällen, der weitere Nachweis sei nur eine Frage der Zeit gewesen. Für Patienten sei die Variante nicht gefährlicher. Krankheitsverläufe unterschieden sich nicht im Vergleich zu bisherigen Formen.

Über die mögliche Verbreitung der Varianten aus Großbritannien und auch aus Südafrika in Deutschland könne bisher nichts gesagt werden, heißt es in einer Stellungnahme der Gesellschaft für Virologie (GfV).

Das Robert Koch-Institut (RKI) hat bislang (Stand 21.1., 0.00 Uhr) 28 Nachweise von B.1.1.7 aus sieben Bundesländern gemeldet bekommen, wie eine Sprecherin mitteilte. Für die Variante, die sich in Südafrika stark verbreitete, waren insgesamt 17 Fälle aus Hamburg, Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg bekannt. Die Meldungen können beim RKI allerdings zeitverzögert ankommen. Für Berlin etwa waren zunächst nur zwei Fälle der britischen Variante bekannt.

Die kursierenden Corona-Varianten sollen laut einer seit Dienstag geltenden Verordnung stärker auf den genauen Virustyp untersucht werden (Sequenzierung). Der Bund soll bis Anfang Februar erste Ergebnisse dazu vorlegen. Hintergrund ist die Befürchtung, dass die Corona-Eindämmung durch ansteckendere Varianten erschwert wird.

Die Warnung der Bundeskanzlerin und der Spitzen der Länder insbesondere vor der UK-Variante und die Aufforderung zu mehr Sequenzierungen seien «nachdrücklich zu unterstreichen», erklärte die Berliner Gesundheitsverwaltung. Es sei davon auszugehen, dass «auch schon bei zunehmender Sequenzierung mehr gefunden werden dürfte».

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