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Wie umgehen mit Infektionen im Klinikum?

03.04.2020 - Im Krankenhaus soll man gesund werden. Damit sich keine Keime tummeln, muss strenge Hygiene eingehalten werden - seit Corona gilt das umso mehr. Das Ernst von Bergmann-Klinikum musste seine Schutzmaßnahmen hochfahren.

  • Am Ernst-von-Bergmann-Klinikum weist ein Schild auf das Besuchsverbot hin. Foto: Christophe Gateau/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Am Ernst-von-Bergmann-Klinikum weist ein Schild auf das Besuchsverbot hin. Foto: Christophe Gateau/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Um nach der Häufung von Corona-Fällen im Potsdamer Ernst von Bergmann-Klinikum eine weitere Ausbreitung des Virus zu verhindern, hat die Klinikleitung mit dem Robert Koch-Institut (RKI) über das Vorgehen beraten. Ein Team der Berliner Behörde traf am Freitagvormittag in dem Potsdamer Krankenhaus ein, wie die Stadt mitteilte. «Es sollen Prozesse und Verfahren vorgestellt werden, wie das Klinikum mit Covid-19-Patienten umgegangen ist, wie man die Trennung von anderen Patienten vorgenommen und die Isolierstation eingerichtet hat», sagte Stadtsprecher Stefan Schulz.

Die Experten wollen dem Klinikum bis Anfang kommender Woche einen schriftlichen Bericht mit Handlungsempfehlungen übergeben, wie Oberbürgermeister Mike Schubert (SPD) am Freitagabend mitteilte. «Wir werden uns den Bericht anschauen und die empfohlenen Maßnahmen im Klinikum sorgsam umsetzen», sagte Schubert. «Wann und in welchen Schritten das Klinikum wieder den Vollbetrieb aufnehmen kann, können wir erst nach Vorliegen des RKI-Berichtes und in Abstimmung mit den Medizinern entscheiden.»

Aufgrund der Situation nimmt die Klinik nach eigenen Angaben derzeit nur noch unabweisbare Notfälle auf, dazu zählen unter anderem akuter Herzinfarkt, Schlaganfall, Hirnblutungen und Frauen, die ein Kind bekommen. Andere Notfälle werden auf umliegende Krankenhäuser verteilt.

In der Nacht zum vergangenen Samstag war es in dem Haus zu einer auffälligen Anzahl positiver Tests auf das Coronavirus gekommen. Der Krisenstab des Klinikums hatte daraufhin am Samstag entschieden, alle stationären und alle geplanten Patienten zu testen und positive Fälle von negativen zu trennen. «Wir testen alle, ob sie Symptome haben oder nicht», sagte eine Kliniksprecherin am Freitag.

79 Covid-19-Patienten werden demnach in dem Haus versorgt, davon sind 13 auf der Intensivstation, 10 davon werden beatmet. Die Klinik verzeichnete bis Freitag 9 Todesfälle nach einer Sars-CoV-2-Infektion. 8 Patienten konnten gesund entlassen werden.

Wie sich das Virus unter den Patienten ausgebreitet hat, werde derzeit geprüft. «In einem Krankenhaus können die Wege des Patienten dahingehend nachvollzogen werden, welche Untersuchungen absolviert wurden und auf welchen Stationen dieser Patient gelegen hat. Das bedeutet jedoch nicht, dass sich Patienten überhaupt innerhalb des Klinikums infiziert haben», teilte das Klinikum mit. Patienten könnten auch, sofern sie symptomfrei sind, schon mit Covid-19 ins Klinikum aufgenommen worden sein.

Auch alle Mitarbeiter der Klinik werden getestet. Von 1342 bereits getesteten Mitarbeitern sind nach Angaben der Klinik bis zum Donnerstagabend 63 positiv gewesen. Insgesamt arbeiten 2370 Angestellte in dem Haus. «Es wird absteigend getestet nach Priorität, vom Arzt bis zur Reinigungskraft», sagte Stadtsprecher Schulz.

Alle seien angewiesen worden, einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen, das gelte auch in den Büros und der Verwaltung. Im Umgang mit Patienten werden Masken mit dem Schutz FFP2 getragen, zum Teil auch FFP3, wie Schulz sagte. Die speziellen Masken schließen dicht am Gesicht ab und filtern.

Die Gewerkschaft ver.di fordert von der Landesregierung, für die Beschäftigten in Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen, in der ambulanten Pflege und bei den Rettungsdiensten ausreichend Schutzkleidung zu besorgen. «Es ist bereits absehbar, dass die vorhandenen Bestände nicht ausreichen werden», teilte die Gewerkschaft mit. Daneben müsse auch mehr Personal in den Krankenhäusern für alle an der Krankenversorgung beteiligten Bereiche eingerichtet werden, dazu zählten auch Reinigungs- und Laborkräfte.

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