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Wirtschaft will mehr Zusammenarbeit mit Russland

19.02.2020 - Russland ist für die Region Südbrandenburg ein benachbarter Wirtschaftsraum mit einer interessanten Entwicklung. Unternehmen der Region wünschen sich eine engere Zusammenarbeit. Jetzt gibt es ein Büro in Moskau.

  • Ein Mann trägt einen Anstecker mit einer kleinen deutschen und russischen Flagge an seinem Sakko. Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Ein Mann trägt einen Anstecker mit einer kleinen deutschen und russischen Flagge an seinem Sakko. Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Cottbus (dpa/bb) - Südbrandenburger Unternehmen wollen enger mit Russland zusammenarbeiten und haben dafür nun eine Anlaufstelle in Moskau geschaffen. In der Deutsch-Russischen Außenhandelskammer (AHK) in der russischen Hauptstadt wurde ein Büro mit einer Ansprechperson eingerichtet, wie die Industrie- und Handelskammer Cottbus (IHK) am Mittwoch mitteilte. Es soll Unternehmen beim Aufbau ihrer Geschäfte unterstützen. Ziel sei der Ausbau der Export-und Importaktivitäten sowie der Investitionen in Südbrandenburg und Russland. Projektpartner sind unter anderem die IHK Cottbus, die Stadt Guben und die CIT GmbH Wirtschaftsförderung für den Landkreis Spree Neiße.

«Der Osten tickt anders, auch in Deutschland. Hier ist das Verständnis von und für Russland größer als im Westen Deutschlands», sagte der Vorstandsvorsitzende der Deutsch-Russischen Außenhandelskammer, Matthias Schepp, mit Blick auf die Sanktionen gegen Russland. Deutsche Unternehmen «schlagen sich gut in Russland», betonte er. Sie machten sehr gute Umsätze und Gewinne. Zudem seien sie die «Champions» des Fabrik- und Manufakturausbaus vor Ort.

Das Interesse der Südbrandenburger Unternehmen an einem Ausbau der Zusammenarbeit mit Russland sei groß, ergänzte IHK-Hauptgeschäftsführer Marcus Tolle. Das zeige eine IHK-Umfrage. Demnach wollten 60 Prozent der aktiven Unternehmen ihr Russland-Geschäft weiter ausbauen. «88 Prozent wünschen sich individuelle Unterstützung bei der Geschäftspartnersuche von uns», sagte Tolle. Der Umfrage zufolge hielten Unternehmen vor allem Bürokratie und die Sanktionen für hinderlich.

Die ASG-Spremberg-GmbH (Spree-Neiße) arbeitet nach eigenen Angaben bereits seit 2016 mit dem Zentrum für Wirtschaftszusammenarbeit und Entwicklung der russischen Region Kursk zusammen. Man habe durch Kooperationen insbesondere im Industriepark Schwarze Pumpe bereits internationale Erfahrungen sammeln können, erklärte Geschäftsführerin Petra Lehmann. Diese wolle man nun für den Ausbau von Geschäftsbeziehungen nach Russland nutzen.

Die Unternehmensgruppe Kjellberg Finsterwalde (Elbe-Elster) hat nach eigenen Angaben bereits langjährige Erfahrungen auf dem russischen Markt. Das Unternehmen stellt vor allem Teile für Plasmaschneider her, mit dem verschiedenste Metalle bei sehr hohen Temperaturen getrennt werden können. Es exportiert auch nach Russland. Als Unternehmen habe man wenig Probleme mit Bürokratie auf russischer Seite gehabt, sagte Export Sales Manager Bert Böhme. Man mache sich bereits Gedanken über eine Vertretung für den Vertrieb und Service in Russland. Das Unternehmen in Finsterwalde hat knapp 500 Mitarbeiter.

2018 betrug das Brandenburger Handelsvolumen mit Russland nach Angaben der IHK 5,25 Milliarden Euro. Davon umfassten die Einfuhren - vor allem Gas, Öl und Rohstoffe - 5,02 Milliarden Euro. Die Ausfuhren lagen in einem Umfang von 232 Millionen Euro - ein Zuwachs von 23 Prozent im Vergleich zu 2017. Brandenburgs Hauptexportgüter nach Russland sind unter anderem Maschinen und Anlagentechnik, Kraftwagen, elektrotechnische und chemische Erzeugnisse sowie Kunststoffwaren und Futtermittel.

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