Diese Seite benötigt Javascript! Bitte aktivieren Sie Javascript für eine korrekte Darstellung.

Wissenschaftler wollen auf Museumsdaten zugreifen

17.10.2019 - Berlin (dpa) - Die Rückgabe von Kolonialobjekten aus deutschen Sammlungen soll aus Sicht internationaler Wissenschaftler durch eine rasche Öffnung der Museumsinventare gefördert werden. In einem am Donnerstag veröffentlichten Appell an die Kulturminister von Bund und Ländern wird dafür «unbeschränkter und unkontrollierter Zugang» zu den Bestandsverzeichnissen gefordert.

  • Die Kunsthistorikerin Bénédicte Savoy. Foto: Soeren Stache/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Die Kunsthistorikerin Bénédicte Savoy. Foto: Soeren Stache/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Die Zahl der möglicherweise in kolonialen Zusammenhängen nach Deutschland gelangten Stücke ist immens. Allein beim Ethnologischen Museum der von Bund und Ländern getragenen Stiftung Preußischer Kulturbesitz geht es um eine halbe Million Objekte.

Der der dpa vorliegende Appell, der auch in der «Zeit» veröffentlicht wurde, ist unterzeichnet etwa von der in Berlin lehrenden Kunsthistorikerin Bénédicte Savoy, dem Hamburger Historiker Jürgen Zimmerer und dem senegalesischen Ökonomen Felwine Sarr. Savoy und Sarr hatten Ende 2018 in einem Aufsehen erregenden Bericht für den französischen Präsidenten Emmanuel Macron empfohlen, aus der Kolonialzeit stammende Kunstwerke an die Herkunftsländer in Afrika zurückzugeben.

Die Wissenschaftler bezeichneten es als «Skandal, dass es trotz der anhaltenden Debatte noch immer keinen freien Zugang zu den Bestandslisten der öffentlichen Museen in Deutschland gibt». Kenntnis der Bestände sei die Grundlage für jeden Dialog. «Um Transparenz zu schaffen, sind keine langwierige Datenaufbereitung und abgeschlossene Digitalisierungsprojekte erforderlich.» Die Arbeit an den Inventaren werde nie fertig sein. «Es gibt keinen Grund zu warten.»

Am Mittwoch hatten Bund und Länder die Einrichtung einer zentralen Anlaufstelle beschlossen, um die Rückgabe von Kolonialobjekten zu vereinfachen. Menschen und Institutionen aus Herkunftsstaaten und betroffenen Gesellschaften können sich dort über Bestände von Sammlungsgut aus kolonialen Kontexten in Deutschland informieren.

In einer gemeinsamen Erklärung hieß es: «Zahlreiche deutsche Museen und andere Institutionen arbeiten bereits an einer Inventarisierung und Digitalisierung ihrer Bestände und stellen Daten zur Verfügung, die in die beratende und vernetzende Arbeit der Kontaktstelle einfließen können.»

Schließen

Aus Sicherheitsgründen werden Sie nach 30 Minuten Inaktivität vom System abgemeldet.

Um das zu verhindern, werden Sie bitte vor Ende dieses Zeitraums wieder aktiv.

Nach erfolgtem Logout können Sie sich erneut anmelden.
Aus Sicherheitsgründen wurden Sie nach 30 Minuten Inaktivität vom System abgemeldet. Bitte loggen Sie sich erneut ein.

Homepage aktualisieren