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Zahl der Coronavirus-Infizierten in Berlin steigt

05.03.2020 - Seit fünf Tagen ist das neue Coronavirus in Berlin nachgewiesen. 13 Fälle sind inzwischen bekannt, viele hängen miteinander zusammen. Im Vergleich zu anderen Bundesländern ist das noch überschaubar. Doch das Virus trifft auch andere Bereiche.

  • Zahlreiche Fahrgäste steigen aus einer haltenden U-Bahn, während andere Fahrgäste einsteigen. Foto: Fernando Gutierrez-Juarez/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Zahlreiche Fahrgäste steigen aus einer haltenden U-Bahn, während andere Fahrgäste einsteigen. Foto: Fernando Gutierrez-Juarez/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

In Berlin haben sich bisher nachweislich 13 Menschen mit dem neuen Coronavirus angesteckt. Das waren rund doppelt so viele wie am Dienstag. Die Mehrzahl der neuen Infektionen steht aber im Zusammenhang mit bereits bekannten Patienten. Es sind Menschen, die persönlichen Kontakt zu Infizierten hatten - und deshalb getestet wurden. «Wir müssen davon ausgehen, dass wir noch weitere Fälle haben werden», sagte Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) am Donnerstag im Abgeordnetenhaus. Das Tempo der Ausbreitung könne niemand vorhersagen. Corona und die Folgen für Berlin:

EINDÄMMUNG: Die Strategie beim Coronavirus sei weiter, infizierte Menschen und Kontaktpersonen zu identifizieren und zu isolieren, sagte Kalayci. Die Hoffnung sei, die Ausbreitung des Virus so zu verlangsamen. Die Eindämmung ist bundesweites Ziel. Wissenschaftler diskutieren gar über Handydaten zur Ortung von Kontaktpersonen. Rechtlich und mit Blick auf den Datenschutz seien solche Ideen aber noch nicht geprüft, sagte Lother Wieler, Präsident des Robert Koch-Instituts (RKI). In Deutschland sind bisher rund 350 Ansteckungen bekannt. Die große Mehrzahl der Infizierten hat bisher nur milde oder gar keine Symptome. In Deutschland gab es in diesem Jahr noch keinen Todesfall durch das neue Virus - aber schon mehr als 200 Grippetote.

TESTS: Die Berliner Charité bekommt Verstärkung. Der landeseigene Klinikkonzern Vivantes öffnet am kommenden Montag zwei Abklärungsstellen auf das neue Coronavirus. Zu finden sind sie ab 10 Uhr am Wenckebach-Klinikum in Tempelhof sowie am ehemaligen Klinikstandort Prenzlauer Berg in der Fröbelstraße. Ob eine Diagnostik sinnvoll ist, entscheiden Mediziner nach Beratungsgesprächen. Die Anlaufstelle der Charité auf dem Campus Virchow arbeitet bereits seit Dienstag, um die Notaufnahme zu entlasten. Mehr als 200 Menschen suchten dort bisher Hilfe - auch ohne Symptome oder Kontakt zu Infizierten. Das Robert Koch-Institut appelliert an Ärzte und die Bevölkerung, Tests nur bei begründeten Verdachtsfällen mit Symptomen zu machen.

AUSRÜSTUNG: Polizei und Feuerwehr verfügen nach Angaben von Innensenator Andreas Geisel auch bei steigenden Zahlen von Infizierten über die nötige Schutzausrüstung. Allerdings werden die knappen Vorräte an Atemschutzmasken und Desinfektionsmitteln zentral verteilt und müssen nach jedem Einsatz ergänzt werden. Auch die großen Kliniken wie Charité und Vivantes sehen sich bisher gerüstet. Doch bei den neuen Anlaufstellen gibt es Engpässe, räumte Senatorin Kalayci ein. «Da ist tatsächlich ein Mangel.» Die Kassenärztliche Vereinigung Berlin sieht das für niedergelassene Mediziner genauso. 6500 Praxen, unter ihnen 2300 Hausarzt-Praxen, seien nicht auf eine solche Krisensituation vorbereitet. Es fehle ausreichende Schutzkleidung für Mediziner. Reinickendorfs Amtsarzt Patrick Larscheid kritisierte allerdings Hausärzte, die Patienten mit Erkältungssymptomen deshalb abweisen.

GEFLÜCHTETE: In Berlin lebende und neu ankommende Flüchtlinge werden von den Behörden über die Gefahren durch das Coronavirus gezielt gewarnt. Die Betreiber der 83 Flüchtlingsunterkünfte seien in den vergangenen Tagen über die Vorsorgemaßnahmen informiert worden, teilte das Landesamt für Flüchtlingsangelegenheiten mit. Zusätzlich werden Informationen auf Arabisch, Türkisch und Englisch am Schwarzen Brett und in Sanitäranlagen ausgehängt. Für Analphabeten soll es zusätzliche Hinweise in Form von Piktogrammen geben. Flüchtlinge, die neu in die Stadt kommen, werden unmittelbar nach ihrem Erscheinen im Ankunftszentrum von Mitarbeitern der Charité untersucht.

WIRTSCHAFT: Berlins Wirtschaftssenatorin Ramona Pop (Grüne) forderte angesichts der ökonomischen Auswirkungen des Virus eine Sonderkonferenz der Wirtschaftsminister, um die Auswirkungen zu klären. Sie regte an, mögliche Gegenmaßnahmen zwischen Bund und Ländern abzustimmen. Die Berliner Tourismus- und Kongressgesellschaft geht trotz der Absage großer Messen wie der ITB in diesem Jahr allerdings weiter von mehr Gästen in Berlin aus. «Ich rechne nach wie vor mit einem Wachstum der Besucherzahl, vor allem im zweiten Halbjahr», sagte Geschäftsführer Burkhard Kieker. Dann werde sich die Aufregung um das Coronavirus Sars-CoV-2 gelegt haben.

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