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Zahnärzte: Patientenrückgang geringer als im Bund

05.07.2020 - Die Corona-Pandemie haben Brandenburgs Zahnärzte meist glimpflich überstanden. Doch viele von ihnen sorgen sich um ihre Praxis, die sie aus Altersgründen aufgeben müssen. Nachfolger zu finden ist oft schwer.

  • (zu dpa «Brandenburgs Zahnärzte haben Corona-Krise glimpflich überstanden»). Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    (zu dpa «Brandenburgs Zahnärzte haben Corona-Krise glimpflich überstanden»). Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Der coronabedingte Patientenrückgang in Zahnarzt-Praxen ist in Brandenburg geringer ausgefallen als im Bundesdurchschnitt. «Wir sind in Brandenburg durch die Corona-Krise relativ gut durchgekommen, mit Ausfällen von 20 bis 30 Prozent», sagte der Präsident der Landeszahnärztekammer, Jürgen Herbert, der Deutschen Presse-Agentur.

Lediglich in Potsdam sei das Minus aufgrund der Corona-Fälle am Potsdamer Bergmann-Klinikum Bergmann deutlich stärker ausgefallen, sagte Herbert. Inzwischen seien die Wartezimmer aber wieder so frequentiert wie früher. Nach Angaben von Berufsverbänden und Kassenzahnärztlichen Vereinigungen gab es bei Zahnärzten bundesweit einen Patientenrückgang bis zu 80 Prozent.

Trotz der sinkenden Zahl niedergelassener Zahnärzte sei die Versorgung derzeit in Brandenburg nirgendwo gefährdet, versicherte Herbert. Nach Kammerangaben gab es Ende März dieses Jahres 1432 niedergelassene Zahnärzte und damit rund 250 weniger als 2005. Wegen des hohen Durchschnittsalters von 54 Jahren stehe in den kommenden Jahren aber die Übernahme vieler Praxen an.

Besonders in den ländlichen Regionen sei es schwierig, junge Kollegen für diese Aufgabe zu motivieren, betont Herbert. In Landkreisen wie Uckermark oder Prignitz werde wohl die eine oder andere Niederlassung schließen.

Mit der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Brandenburg habe seine Kammer ein umfangreiches Beratungsangebot für junge Ärzte gestartet. Vor dem Institut für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde der Berliner Charité werde mit der Kampagne «Landarzt oder Stadtaffe» gezielt um Nachwuchs für die berlinfernen Regionen geworben. «In Berlin sitzen die Zahnärzte übereinander und in Brandenburg fehlen sie.»

Unterstützung erhofft sich der Kammerpräsident von der Politik. So könnte der Bürokratieabbau jungen Medizinern den Berufsstart erleichtern. «Die Praxen sind immer mehr mit überzogenen Hygienevorschriften, Gewerbesteuerproblemen, Datenschutzbestimmungen und der Telematikinfrastruktur beschäftigt.» Junge Ärzte arbeiteten dann lieber als Angestellte in einem Medizinischen Versorgungszentrum in den Städten, statt in einer Niederlassung auf dem Land.

Hilfreich für den Nachwuchs wäre nach Ansicht Herberts die Ansiedlung einer zahnmedizinischen Fakultät an einer märkischen Hochschule. So könnte mit den Strukturhilfen für die Lausitz eine Ausbildung von Zahnmedizinern an der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg angesiedelt werden.

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