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Zwei Weltkriegsbomben in Oranienburg entschärft

18.07.2019 - Für die Oranienburger ist es keine Seltenheit - die Entschärfung von Weltkriegsbomben. Erst im Juni mussten zwei Sprengkörper entschärft werden. Am Donnerstag rückte der Kampfmittelräumdienst wieder an.

  • Ein Flatterband mit der Aufschrift «Polizeiabsperrung». Foto: Patrick Seeger/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Ein Flatterband mit der Aufschrift «Polizeiabsperrung». Foto: Patrick Seeger/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Oranienburg (dpa/bb) - In Oranienburg (Landkreis Oberhavel) sind am Donnerstag gleich zwei Weltkriegsbomben entschärft worden. Das teilte die Stadtverwaltung mit. Etwa 5100 Menschen hatten in einem Sperrkreis von rund 1000 Metern zeitweise ihre Wohnungen und Häuser verlassen müssen. Am Nachmittag konnten sie zurückkehren. Die beiden Blindgänger amerikanischer Bauart wogen jeweils 500 Kilo. Sie waren im April am Treidelweg bei der Kampfmittelsuche in sechs Meter Tiefe gefunden worden.

«Oranienburg ist damit um zwei Gefahren ärmer», sagte Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD). Weitere Entschärfungen seien unvermeidlich. Das explosive Erbe des Zweiten Weltkriegs sei noch lange nicht bewältigt. Nach Angaben der Stadt handelte es sich um die 206. und 207. Bombe, die seit der Wende in Oranienburg beseitigt werden mussten.

In Oranienburg haben die Alliierten auf einer Fläche von rund 4000 Hektar von 1940 bis 1945 mehr als 21 000 Spreng- und Brandbomben auf ausgewählte Ziele abgeworfen. Das entspricht einer Bombenlast von über 3000 Tonnen. 50 Tonnen Sprengstoff oder rund 300 Großbomben werden noch heute im Boden vermutet.

Bis etwa 10 Uhr prüften die Einsatzkräfte am Donnerstag, ob die Einwohner den Sperrkreis verlassen hatten. Die meisten Anwohner verließen ihre Wohnungen planmäßig. Ein französisches Urlauberpaar hatte die Entschärfung offenbar nicht mitbekommen. «Das Paar wartete am S-Bahnhof Lehnitz vergeblich auf die S-Bahn», sagte der Sprecher der Stadt. Der Bahnhof lag im Sperrbereich und wurde nicht angefahren.

Im abgesperrten Gebiet befanden sich auch Teile der Klinik Oranienburg. Insgesamt vier Anlaufstellen wurden in der Stadt eingerichtet, in denen sich die Bürger aufhalten konnten. Eine davon war für pflegebedürftige Menschen.

Auch der Bahnverkehr musste unterbrochen werden: Zwischen Birkenwerder und Oranienburg fuhren Busse im 20-Minuten-Takt, der S-Bahnhof Lehnitz wurde nicht angefahren. Im Regionalverkehr kam es auch zu Einschränkungen.

Brandenburg weist trotz aller Anstrengungen immer noch den höchsten Anteil an munitionsbelasteten Gebieten aller Bundesländer auf. Neben den militärisch genutzten Flächen bzw. Konversionsflächen stehen immer noch rund 350 000 Hektar zivil genutzter Fläche unter Kampfmittelverdacht. Lokale Schwerpunkte bilden Oranienburg, Potsdam, die Oder-Neiße-Linie oder der Bereich südlich Berlins.

Seit 1991 hat das Land rund 400 Millionen Euro für die Kampfmittelbeseitigung aufgewendet. Rund 14 000 Tonnen an Kampfmitteln wurden in dieser Zeit unschädlich gemacht. Darunter waren 76 000 Sprengbomben, 86 000 Brandbomben und 2,3 Millionen Granaten.

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