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«Adebar» hat Nachwuchs - Erste Störche geschlüpft

01.05.2019 - Aus den Nestern der Weißstörche in Schleswig-Holstein gucken die ersten Küken. Naturfreunde hoffen auf ähnlich viel Nachwuchs wie 2018.

  • Zwei Storchenküken sitzen im Wildpark Eekholt neben der Storchenmutter in ihrem Nest. Foto: Carsten Rehder © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Zwei Storchenküken sitzen im Wildpark Eekholt neben der Storchenmutter in ihrem Nest. Foto: Carsten Rehder © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Eekholt (dpa/lno) - In Schleswig-Holstein sind die ersten Weißstörche des Jahres geschlüpft. Naturschützer haben die kleinen Storchküken unter anderem in Nestern in Seeth (Kreis Nordfriesland), Eggebek (Kreis Schleswig-Flensburg) und Eddelak (Kreis Dithmarschen) entdeckt, wie Jörg Heyna von der Nabu-Arbeitsgruppe Storchenschutz sagte. «Sie sind jedoch meist noch so klein, dass man sie vom Boden aus im Nest noch nicht sehen kann.» Im Wildpark Eekholt (Kreis Segeberg) sind bislang zwei Störche geschlüpft.

In Schleswig-Holstein brüten in diesem Jahr rund 280 Storchpaare. «Das entspricht etwa der Zahl des Vorjahres», sagte Heyna. Davon sind 24 Brutpaare rund um den Westküstenpark St. Peter-Ording (Kreis Nordfriesland), 19 in Bergenhusen (Kreis Schleswig-Flensburg), und 6 auf der nordfriesischen Insel Föhr.

In den Nestern seien in der Regel fünf Eier. «In manchem Nest sind schon zwei, drei Störche geschlüpft sind, während ihre Geschwister noch im Ei sind», sagt Heyna.

Für den Nachwuchs übernehmen beim Weißstorch beide Elternteile die Verantwortung. «Sie wechseln sich beim Brüten ab, aber auch später beim Füttern und der Pflege der Jungen. Wenn der Nachwuchs noch klein ist, schützen sie ihn mit weit ausgebreiteten Flügeln gegen Regen und Hagel, fächeln ihnen bei zu großer Hitze Kühlung zu, oder wärmen sie bei Kälte mit ihrem Körper. «Die Jungen kuscheln miteinander», erzählt Heyna: «Sie wärmen sich auch an den Eiern der Geschwister, die noch nicht geschlüpft sind.»

Vogelfreunde können über das Internet die Störche beobachten. Webcams ermöglichen es, den Vögeln beim Brüten und Schlüpfen zuzusehen. Manch ein Storch hat sich dadurch schon zu einem heimlichen Internet-Star entwickelt. Zum Beispiel Gustav, der am Fluss Eider seit 2010 mit verschiedenen Partnerinnen bislang 13 Junge aufzog, wie Biologe Kai-Michael Thomsen vom Michael-Otto-Institut in seinem Blog schreibt. In diesem Jahr brütet er seit dem 22. April mit einem unberingten Weibchen in Tielen (Kreis Schleswig-Flensburg). Gustav habe «eine eingeschworene Fan-Gemeinde, die auf neue Informationen wartet», sagte Thomsen.

Rund 32 Tage muss gebrütet werden, bevor die Kleinen schlüpfen. Danach sind die Eltern damit beschäftigt, ihrem hungrigen Nachwuchs den Schnabel zu stopfen. Der Storch ist kein Jäger, sondern ein Sammler, erklärte Peter Marke vom Westküstenpark. «Er fängt seine Nahrung im Vorübergehen: Er reagiert auf kleinste Bewegungen und schnappt sofort zu.» Anfangs füttern die Eltern ihren Nachwuchs mit Insekten und Würmern. Wenn der Schnabel der Kleinen groß genug ist, um Mäuse und Frösche zu schlucken, schleppen sie auch die in ihrem Kropf heran.

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