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«Dringende Empfehlung» für Masken an Schulen

03.08.2020 - Keine Pflicht, aber dringend empfohlen: Bildungsministerin Prien verzichtet zum neuen Schuljahr in Schleswig-Holstein auf eine Maskenpflicht - anders als Hamburg. Offen ist noch, wie viele Lehrer risikobedingt vom Präsenzunterricht befreit werden.

  • Karin Prien (CDU), Bildungsministerin von Schleswig-Holstein. Foto: Carsten Rehder/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Karin Prien (CDU), Bildungsministerin von Schleswig-Holstein. Foto: Carsten Rehder/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Im Gegensatz zum Nachbarn Hamburg verzichtet Schleswig-Holstein zum neuen Schuljahr auf eine allgemeine Maskenpflicht in den Schulen. Es gelte aber die «dringende Empfehlung, in den ersten beiden Schulwochen in der Schule eine Mund-Nase-Bedeckung zu tragen», teilte Bildungsministerin Karin Prien (CDU) am Montag in Kiel mit. Eine Ministeriumssprecherin ergänzte auf Nachfrage, diese dringende Empfehlung beziehe sich auf die Schulgebäude, den Schulhof und auch auf den Unterricht. Für die Jahrgangsstufen eins bis sechs ist der Unterricht von der dringenden Empfehlung, eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen, ausgenommen.

Auf dem Schulweg sollte eine Mund-Nasen-Bedeckung getragen werden. In Schulbussen und öffentlichen Verkehrsmitteln muss eine Mund-Nasen-Bedeckung getragen werden, solange die Maskenpflicht gilt.

Auf den nordfriesischen Inseln, den Halligen und auf Helgoland begann die Schule am Montag, eine Woche später beginnt sie landesweit.

Neben Hamburg haben auch Berlin, Bayern und Baden-Württemberg angekündigt, im Kampf gegen das Coronavirus eine Maskenpflicht in Schulgebäuden einzuführen. Sie soll jedoch nicht im Unterricht gelten. In Nordrhein-Westfalen gilt zunächst bis zum 31. August eine Maskenpflicht - zum Teil auch im Unterricht.

Prien betonte, dass gerade nach dem Ende der Sommerferien zu Beginn des Schuljahres besondere Vorsicht geboten sei. «Die Aufteilung der Schülerinnen und Schüler in Kohorten, also feste Lerngruppen, wird helfen, Ausbruchsgeschehen lokal zu begrenzen und soll komplette Schulschließungen in den meisten Fällen überflüssig machen. Genau deshalb gilt unsere dringende Empfehlung, in den ersten beiden Schulwochen in der Schule eine Mund-Nase-Bedeckung zu tragen, damit sich die Kohorten etablieren können.» Ihr sei bewusst, «dass es nicht angenehm ist, aber angesichts des Infektionsgeschehens müssen wir im Moment besonders vorsichtig sein».

Die SPD reagierte mit Unverständnis: «Die Kohortenregelung, die teilweise sogar mehrere Jahrgänge betrifft, verstehen vermutlich nur Experten im Ministerium. Und warum Masken im Supermarkt angeordnet, in der Schule aber nur empfohlen werden können, bleibt das Geheimnis der Ministerialbürokratie», kritisierte der bildungspolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, Martin Habersaat, und er legte nach: «Warum werden in der Schule die Kohorten getrennt, aber nach der Schule alle Kinder wieder in einen überfüllten Schulbus gesteckt?» So ganz optimal scheine die Ministerin die fünf Ferienwochen nicht genutzt zu haben - das Chaos drohe sich fortzusetzen. «Viele Probleme werden schlicht auf die Eltern abgewälzt», sagte der SPD-Politiker. Prien erläuterte, dass die Schulen in ganz Schleswig-Holstein derzeit in den letzten Vorbereitungen für das neue Schuljahr seien. Das gelte sowohl für die Umsetzung der Hygieneregeln als auch für die verstärkten digitalen Unterrichtsmöglichkeiten.

In dieser Woche sollen laut Ministeriumssprecherin die Schulen die Eltern ihrer Schüler anschreiben. In dem Informationsschreiben werden die Eltern noch einmal genau über die Hygieneregeln informiert. «Die wichtigste Regel ist: Ihr Kind darf nicht in die Schule gehen, wenn es krank ist oder auch nur leichte Grippesymptome zeigt.» Zudem wird auf die Quarantänepflicht für Rückkehrer aus Risikogebieten aus dem Ausland hingewiesen. Dem Schreiben ist ein Belehrungsformular beigefügt, das die Eltern unterschreiben und deren Kinder in der ersten Schulwoche in der Schule abgeben sollen. Die Schulen können das Schreiben auch auf Russisch, Englisch, Türkisch und Arabisch im Internet runterladen und Eltern in einer der Sprachen schicken.

Unklar ist noch, wie viele Lehrer zum Schuljahresstart vom Präsenzunterricht befreit werden, weil sie zu Corona-Risikogruppen gehören. Stand 18. Juni hatten die Schulen 1609 Lehrkräfte gemeldet, die zu coronabedingten Risikogruppen gehören. Stand 19. Juni konnten 790 Fälle begutachtet werden. Lediglich in 32 Fällen habe der betriebsärztliche Dienst Lehrer aufgrund von Gefährdungsbeurteilungen vom Präsenzunterricht befreit, kritisierte GEW-Landesgeschäftsführer Bernd Schauer. Es dürfe nicht sein, dass solche Anträge «einfach abgebürstet werden», sagte Schauer am Montag. Laut Ministerium soll ein neuer Stand hinsichtlich vom Präsenzunterricht befreiter Lehrer nach dem Schulbeginn am 10. August erhoben werden.

In Schleswig-Holstein erhöhte sich die Zahl der offiziell erfassten Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus zuletzt innerhalb eines Tages um 4 Fälle auf 3467. Wie die Landesregierung auf ihrer Homepage mit Stand Sonntagabend berichtet, lag die Zahl der im Zusammenhang mit dem Virus Gestorbenen weiterhin bei 156. Rund 3100 der seit Beginn der Pandemie in Schleswig-Holstein nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 Infizierten gelten inzwischen als genesen. In Krankenhäusern wurden zuletzt 20 an Covid-19 Erkrankte behandelt.

Tagesaktuelle Zahlen der Kreise fließen am Folgetag in die Gesamtzahl der Landesregierung mit ein.

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