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1. Deutsche Inselkonferenz ohne Resolution beendet

26.04.2019 - Kein Abschlussdokument: Die 1. Deutsche Inselkonferenz geht ohne die geplante Resolution mit politischen Forderungen zu Ende, weil - so die offizielle Begründung - keine Ostseeinsel vertreten war. Es gab aber auch inhaltlichen Klärungsbedarf.

  • Die Hochseeinsel Helgoland. Foto: Marcus Brandt/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Die Hochseeinsel Helgoland. Foto: Marcus Brandt/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Helgoland (dpa) - Die 1. Deutsche Inselkonferenz ist am Freitag auf Helgoland ohne die geplante Abschlusserklärung zu Ende gegangen. Man habe auf die «Deutsche Inselresolution» verzichtet, weil keine einzige Ostseeinsel auf Helgoland dabei gewesen sei, sagte Helgolands Bürgermeister Jörg Singer (parteilos) am Freitag der Deutschen Presse-Agentur. Entgegen der Ankündigung sei von der Ostseeinsel Hiddensee doch kein Vertreter gekommen. Die Resolution wäre nicht repräsentativ gewesen, wenn nur die anwesenden 18 Bürgermeister von Nordseeinseln und Halligen zugestimmt hätten. Der Untertitel des Resolutionsentwurfs lautete: «Eine Initiative der Insel- und Hallig-Gemeinden in Nord- und Ostsee».

Man wolle aber bei der 2. Inselkonferenz im April nächsten Jahres einen Text beschließen, kündigte Singer an. Die Insel der nächsten Konferenz steht noch nicht fest.

Trotz des Nichtzustandekommens der Resolution bewertete Singer die 1. Inselkonferenz als «sehr, sehr gut». Es sei gelungen, die Inseln und ihre Probleme auf die politische Landkarte der Europäischen Union und der Bundesregierung zu setzen. Inselvertreter seien nach Brüssel eingeladen worden, um ihre Anliegen vorzutragen. Dies sei ein positives Signal.

Ein überarbeiteter Entwurf der «Deutschen Inselresolution» war noch am Donnerstag ins Internet gestellt worden - allerdings in einer im Vergleich zum Entwurf in einigen Punkten abgeschwächten Fassung. Die Inseln forderten in dem überarbeiteten Entwurf unter anderem bessere Rahmenbedingungen für die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum, eine Befreiung vom EEG für den Stromimport auf die Inseln und eine Förderung für kleinere «regenerative EnergieReallabore». Außerdem solle die EU die Vorgaben für die Inselverkehre per Schiff erleichtern. Manche EU-Gesetze und Vorschriften der Berufsgenossenschaft Verkehr seien «Bürokratiemonster».

Im Mittelpunkt der Inselkonferenz standen der steigende Meeresspiegel durch den Klimawandel sowie der Mangel an bezahlbaren Wohnraum. Hintergrund ist die Immobilienentwicklung auf den Inseln. Der Kauf von Häusern und Wohnungen wird dort immer teurer. Das gilt nicht nur für die Luxusinsel Sylt, wie der Ende 2018 vorgestellte Immobilienatlas der LBS Bausparkasse zeigte: Auf Sylt stiegen die Quadratmeterpreise für Häuser um 7,7 Prozent auf durchschnittlich gut 10 600 Euro, für Wohnungen um 3,5 Prozent auf 7150. Viele Inselbewohner können solche Preise nicht bezahlen.

«Es geht darum, wie wir dem Ausverkauf der Inseln entgegenwirken können», sagte Singer. Der Direktor des Verbands norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW) und ehemalige Innenminister von Schleswig-Holstein, Andreas Breitner, hatte die Gründung eigener Inselgenossenschaften angeregt.

Mehr als 100 Politiker, Tourismusmanager und Experten berieten auf Helgoland über die Zukunft der Inseln, die sich als «ideale, lebendige Labore für neue Strukturen unserer zukünftigen Gesellschaft in Europa» betrachten.

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