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2036 keine gefährlichen Abfälle mehr auf Deponie Ihlenberg

01.10.2019 - Gut fünf Jahrzehnte nach Eröffnung einer der größten Sondermülldeponien Europas soll auf dem Ihlenberg bei Schönberg Schluss mit der Einlagerung gefährlicher Stoffe sein. Die Landesregierung will die Deponie vor den Toren Lübecks schließen.

  • Mecklenburg-Vorpommerns Agrar- und Umweltminister Till Backhaus (SPD) auf einer Pressekonferenz. Foto: Danny Gohlke/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Mecklenburg-Vorpommerns Agrar- und Umweltminister Till Backhaus (SPD) auf einer Pressekonferenz. Foto: Danny Gohlke/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Schwerin/Schönberg (dpa) - Der Deponiebetrieb für gefährliche Abfälle auf dem Ihlenberg (Landkreis Nordwestmecklenburg) soll Ende 2035 geschlossen werden. Soweit rechtlich möglich, soll zudem die jährliche Anlieferungsmenge bereits im kommenden Jahr um ein Viertel reduziert werden, teilte das Landwirtschaftsministerium am Dienstag nach einem entsprechenden Kabinettsbeschluss mit. Die Müllannahme soll demnach auf Abfälle aus dem Entsorgungsgebiet Nord-Ost beschränkt werden.

Die Deponie mit derzeit rund 130 Mitarbeitern werde aber ein wichtiger Arbeitgeber in der Region bleiben, versicherte Umweltminister Till Backhaus (SPD). Nach dem Deponiebetrieb werde man sich noch viele Jahre um die Nachsorge kümmern müssen.

Die Deponie Ihlenberg soll laut dem Kabinettsbeschluss stärker von der Gewinnerwirtschaftung hin zu einer nachsorgenden Einrichtung entwickelt werden. Ressourcenschutz, Abfallvermeidung und Recycling sollen Grundpfeiler der künftigen Entsorgungskonzeption sein, erklärten Finanzminister Reinhard Meyer (SPD), Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) und Umweltminister Backhaus gemeinsam.

Basis für den Schließungsplan ist den Angaben zufolge ein Gutachten des Sonderprüfers und ehemaligen Präsidenten des Landesrechnungshofs, Tillmann Schweisfurth. Eine Konsequenz daraus sei die Neuordnung der Zuständigkeiten: Der Bereich Abfall wechsele mit sofortiger Wirkung vom Wirtschafts- zum Umweltministerium. Die Beteiligungsverwaltung für die Ihlenberger Abfallentsorgungsgesellschaft und die Gesellschaft für Abfallwirtschaft und Altlasten liege ab sofort im Finanzministerium.

Die SPD-Landtagsfraktion begrüßte die Abkehr von der früheren Strategie, auch gefährliche Abfallstoffe aus Drittländern auf der Deponie anzunehmen. Niemand habe in den Debatten der vergangenen Monate erklären können, wie sich ein Abfalltransport - zum Beispiel aus Italien - über tausende Kilometer durch Regionen mit anderen Deponieanlagen wirtschaftlich rechnen könne, erklärte der SPD-Wirtschaftsexperte Jochen Schulte.

Die Deponie am Ihlenberg bei Schönberg und nahe Lübeck gilt mit einer Fläche von 113 Hektar als eine der größten Sondermülldeponien Europas. Seit Inbetriebnahme 1979 landeten dort bislang etwa 20 Millionen Kubikmeter Hausmüll und gewerbliche Abfälle, darunter auch giftige Industrierückstände.

Nach Angaben der Geschäftsführung kann die landeseigene Deponie noch 7 Millionen Kubikmeter Müll aufnehmen. Täglich würden 2000 bis 3000 Tonnen Abfall angeliefert. Die Errichtung der Deponie in unmittelbarer Grenznähe geht auf einen Beschluss des SED-Politbüros zurück. Die Aufnahme von Sondermüll aus Westeuropa sollte Devisen in die klammen Kassen der DDR spülen. Heute wird die Deponie von der landeseigenen Ihlenberger Abfallentsorgungsgesellschaft betrieben.

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