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Angeklagte: Messerangriff auf 93-Jährige war nicht geplant

11.03.2020 - Eine Ex-Altenpflegeschülerin überfällt eine Seniorin in ihrer Wohnung, verlangt Geld und sticht 32 Mal auf sie ein. Jetzt wird der Fall erneut vor dem Landgericht verhandelt. Die Angeklagte zeigt sich geläutert.

  • Justitia mit Holzhammer und Aktenstapel. Foto: Volker Hartmann/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Justitia mit Holzhammer und Aktenstapel. Foto: Volker Hartmann/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Im Prozess um einen beinahe tödlichen Messerangriff auf eine 93-jährige Frau in Hamburg-Poppenbüttel hat die Angeklagte ausgesagt, ihre Tat nicht geplant zu haben. «Das war nicht geplant. Ich kann nicht nachvollziehen, dass es so weit gekommen ist», sagte die ehemalige Pflegehelferin am Mittwoch vor dem Hamburger Landgericht. Im März 2018 hatte die angeklagte Deutsche die Seniorin in ihrer Wohnung überfallen, Geld verlangt und ihr 32 Stich- und Schnittverletzungen zugefügt. Wie durch ein Wunder überlebte die alte Frau die Tat. Zuvor hatte sich die Täterin im Internet über Methoden der Geldbeschaffung, des Überfallens und Tötens informiert.

Das Landgericht Hamburg hatte bereits am 25. März vergangenen Jahres gegen die Angeklagte eine lebenslange Haftstrafe wegen versuchten Mordes verhängt, weil die Tat sehr nahe an der Vollendung gewesen sei. Der Bundesgerichtshof hob das Urteil teilweise auf, weil mildernde Umstände nicht ausreichend abgewogen worden seien. Nun befasst sich eine andere Große Strafkammer des Landgerichts erneut mit dem Fall. Dabei sollen die tatsächlichen Umstände der Tat nicht erneut untersucht, sondern lediglich das Urteil überprüft werden. Richterin Birgit Woitas sprach von einem «ungewöhnlichen Verfahren», bei dem insbesondere die persönlichen Hintergründe der Angeklagten im Mittelpunkt stehen.

Seit ihrer Schulzeit leide die Angeklagte an psychischen Problemen. Das Gymnasium und zwei Ausbildungen zur Altenpflegerin habe sie deshalb abgebrochen. Zwischenzeitlich habe sie als Pflegehelferin im ambulanten Dienst gearbeitet. 2015 sei sie drogensüchtig geworden, habe zunächst Speed, dann Crystal Meth genommen. Im Februar 2017 habe sie nach der Trennung von ihrer Ex-Freundin im Delirium 14 Tage ohne Schlaf verbracht. «Seit dem höre und sehe ich Dinge, die nicht existieren», sagte sie. Wegen massiver Geldprobleme lieh sich die Frau Geld bei der Familie und Bekannten. Zur Tatzeit habe sie Schulden in Höhe von 10 000 Euro gehabt.

Zum erneuten Prozessauftakt zeigte sich die 41-Jährige geläutert. «Ich möchte sagen, dass ich die Tat zutiefst bereue», sagte die Frau, die seit rund zwei Jahren in Untersuchungshaft sitzt, unter Tränen. «Es tut mir so leid.» Ihr sei nicht klar, wie sie eine solch abscheuliche Tat habe begehen können. Staatsanwalt Lars Mahnke wies mit Blick auf die Depressionen der Frau auf die aus seiner Sicht deutlich erkennbaren Planungshandlungen zur Vorbereitung der Tat hin. «Woher hatten sie die Kraft eine solche Tat zu begehen?», fragte er. Die Angeklagte antwortete: «Das weiß ich nicht.»

Das Opfer, eine heute 95-jährige Seniorin lebt nach Angaben ihres Vertreters in einem Pflegeheim. Sie sei geistig fit, allerdings auf einen Rollstuhl und intensive Pflege angewiesen. Der nächste und nach Einschätzung der Richterin möglicherweise finale Verhandlungstermin ist für den 24. März 2020 anberaumt.

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