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Appell an Unternehmen: Rechtzeitig um Hilfsanträge kümmern

25.06.2020 - Bald fließen Überbrückungshilfen des Bundes an notleidende Betriebe. Die Antragstellung wird nicht ganz einfach. Minister Buchholz sagt, warum.

  • Bernd Buchholz, Wirtschaftsminister von Schleswig-Holstein, spricht während einer Veranstaltung. Foto: Frank Molter/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Bernd Buchholz, Wirtschaftsminister von Schleswig-Holstein, spricht während einer Veranstaltung. Foto: Frank Molter/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Bernd Buchholz (FDP) hat die Unternehmen im Land aufgerufen, sich frühzeitig mit den geplanten Überbrückungshilfen des Bundes auseinanderzusetzen. Er sei zuversichtlich, dass bereits Anfang Juli aus dem 25-Milliarden-Euro-Programm erste Auszahlungen vorgenommen werden können, sagte Buchholz der Deutschen Presse-Agentur. Derzeit werde auf Bundes- und Länderebene mit Hochdruck an der Ausgestaltung des Programms gearbeitet. Im Gegensatz zu den Ende Mai beendeten Soforthilfen könnten die neuen Überbrückungshilfen nur über Steuerberater, Wirtschafts- und Buchprüfer beantragt werden.

«Zur Vorbereitung der Anträge sollten sich betroffene Unternehmer also am besten rasch mit ihren Steuerberatern in Verbindung setzen - oder sich auf jeden Fall einen Steuerberater suchen», sagte Buchholz. Eine gute Vorbereitung und ein rechtzeitiges Beratungsgespräch seien der sicherste Weg, die Zuschüsse zu erhalten. Hintergrund: Bie Betriebe müssen bei Antragstellung einen massiven Umsatzrückgang ebenso glaubhaft machen wie eine Prognose der betrieblichen Fixkosten.

Die von der Bundesregierung auf den Weg gebrachten Überbrückungshilfen richten sich an kleine und mittelständische Unternehmen mit bis zu 250 Beschäftigten. Gedacht sind sie für die von der Corona-Krise besonders hart getroffenen Branchen wie Veranstalter, Gaststätten und Schausteller. Aber auch Jugendherbergen, Schullandheime und Reisebüros sowie Einrichtungen der Behindertenhilfe und Profisportvereine der unteren Ligen können unterstützt werden.

Anträge dürften laut Bundesregierung aber aus allen Wirtschaftsbereichen kommen, sagte Buchholz. Die Unternehmen müssen nachweisen, dass ihr Umsatz im April und Mai verglichen mit dem Vorjahreszeitraum um mindestens 60 Prozent eingebrochen ist. Außerdem dürfen sie Ende 2019 nicht in wirtschaftlichen Schwierigkeiten gewesen sein.

Viele Firmen könnten derzeit kaum Kredite beantragen, weil sie ihre Umsatzausfälle perspektivisch nicht wieder reinholen könnten, erläuterte Buchholz. Daher übernehme der Bund in den Monaten Juni bis August einen Teil der betrieblichen Fixkosten. Buchholz bekräftigte seine Kritik an dem kurzen Zeitraum der Überbrückungshilfen: «Ursprünglich waren die Zuschüsse für sieben Monate mit einem Maximalvolumen von 350 000 Euro statt nun 150 000 Euro angedacht.»

«Das hätte deutlich mehr Impulse ausgelöst», sagte Buchholz. Das Land habe sich deshalb entschieden, die jetzigen Hilfen mit einem Härtefall-Fonds in Höhe von 80 Millionen Euro zu flankieren. «Mit diesem Darlehens- und Eigenkapitalprogramm wollen wir all diejenigen unterstützen, die nicht ins Raster der Überbrückungshilfen passen, aber ebenfalls unverschuldet vor der Insolvenz stehen.»

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