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Blutige Auseinandersetzung in Hamburg-Barmbek: Prozessbeginn

22.11.2019 - Hamburg (dpa/lno) - Sieben Monate nach Schüssen auf zwei Männer in Hamburg-Barmbek hat der Prozess gegen die beiden mutmaßlichen Täter begonnen. Der Staatsanwalt warf einem 22-Jährigen am Freitag vor, bei einer Auseinandersetzung am 28. April eine Pistole gezogen und fünfmal geschossen zu haben. Die Kugeln verletzten einen ebenfalls 22-Jährigen so schwer, dass er nur durch eine Behandlung auf der Intensivstation gerettet werden konnte. Sein 24-jähriger Begleiter erlitt eine Schussverletzung am Unterschenkel.

  • Justitia mit Sonne und Taube. Foto: Arne Dedert/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Justitia mit Sonne und Taube. Foto: Arne Dedert/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Zu Beginn der Auseinandersetzung sollen die beiden Angeklagten ihre Kontrahenten auch mit einer Ohrfeige und Faustschlägen ins Gesicht traktiert haben. Die Anklage lautet auf gefährliche Körperverletzung und im Falle des mutmaßlichen Schützen auch auf versuchten Totschlag. Worum es bei der Auseinandersetzung ging, ist unklar. Die Polizei hatte bei beiden Opfern Drogen zum Eigengebrauch gefunden.

Der nach Polizeiangaben lebensgefährlich verletzte Syrer und sein 24-jähriger Begleiter aus Algerien waren nach den Schüssen noch durch den U- und S-Bahnhof Barmbek gelaufen, ohne auf sich aufmerksam zu machen. In einer Seitenstraße setzten sie sich auf den Boden, Anwohner riefen die Polizei.

Der 22-jährige mutmaßliche Schütze, wie sein Mitangeklagter ein in Hamburg geborener Türke, erklärte vor Gericht, er habe sich bloß gegen einen Angriff des Syrers mit einem abgebrochenen Flaschenhals verteidigen wollen. Nach Angaben der Vorsitzenden Richterin Birgit Woitas wird die Frage, ob die Schüsse direkt auf die Männer abgegeben wurden oder nur Querschläger waren, von Gutachtern unterschiedlich beantwortet.

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